Hallam Foe
Seitdem seine Mutter ertrunken ist, quält eine einzige
Frage den jungen Hallam Foe: Ist sie freiwillig ins Wasser
gegangen oder wurde sie gestoßen? Hallam glaubt an Letzteres
und hat auch schon jemanden in Verdacht: Verity, seine verführerische
Stiefmutter. Um Beweise zu sammeln, greift er selbst zu einem
schmutzigen Trick. Von seiner Baumhütte aus spioniert
Hallam ihr und den anderen Anwesenden auf dem Landsitz seines
Vaters in den schottischen Highlands mit dem Fernglas hinterher.
Je mehr er von Veritys Schuld überzeugt ist, desto verlockender
wirkt sie auf ihn ...
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Als er
ihren Verführungskünsten
nicht länger widerstehen kann, flüchtet Hallam
Hals über Kopf nach Edinburgh. Mit der jungen Hotelangestellten
Kate, einer Straßenbekanntschaft, die ihn an seine
Mutter erinnert, findet Hallam einen neuen Gegenstand
für seine absonderlichen Erkenntnisinteressen.
Er ergattert einen Job im gleichen Hotel wie Kate und
beobachtet sie mit seinem Fernglas nachts heimlich
vom Turm des Hauses aus in ihrer Wohnung |
Als Hallam bemerkt, dass Kate eine Liaison mit Alasdair,
dem Hotelmanager, unterhält, ist er geschockt. Doch es
kommt noch schlimmer: Alasdair hat bemerkt, dass sie beobachtet
werden. Zwar gelingt es Hallam durch eine List, Kate so sehr
für sich einzunehmen, dass sie ihm bei seinen verrückten
Nachtwachen Gesellschaft leistet, doch dann holen ihn mit Verity
und seinem Vater die Dämonen der Vergangenheit ein ...
The Boy from Edinburgh
Ist es das worauf wir
im Wettbewerb gewartet haben? Eine gute Geschichte, überzeugend
spielende Schauspieler/innen, beste Britpopmusik, ein warmherziger
intelligenter Humor, ein einnehmendes Team auf der Pressekonferenz
ein langer Beifall auf der Premiere. Regisseur David Mackenzie
(«Young Adam», «Stellas Versuchung» ab
29.03.07 im Kino) war bereits 2005 mit «Asylum» im
Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären, ging aber
damals bei den Hauptpreisen leer aus. Vielleicht klappt es
ja dieses Mal. Für den Film sei wenig Geld vorhanden gewesen,
man hätte sechs Tage pro Woche gedreht und viel Leidenschaft
hineingesteckt. Das ist dem Film durchaus anzumerken, erinnert
er doch an die Hochzeit des britischen Films in den Achtzigern.
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GB, 2007, 96 min
Regie: David Mackenzie
Darsteller: Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán
Hinds, Jamie Sives, Ewen Bremner, Claire Forlani
Sektion: Wettbewerb |
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Sa 17.02. 15:00 Urania
(D)
Sa 17.02. 21:00 Urania (D)
So 18.02. 22:30 International (D) |
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Ping Guo | Lost In Beijing
Die rasante ökonomische Entwicklung in China lockt alljährlich
tausende verarmter Bauern in die boomende Region um die Hauptstadt
Peking. Höhere Löhne und die Attraktionen eines modernen
Lebens lassen sie alle Brücken hinter sich abreißen.
Zu den zwei Millionen Neueinwohnern gehören die hübsche
Liu Ping Guo und ihr Mann An Kun. Beide haben einen Job gefunden,
verdienen genug für ein bescheidenes Leben und können
sogar noch etwas Geld sparen.
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Liu Ping
Guo arbeitet als Masseuse im Gold Basin Foot Massage
Palace von Lin Dong und seiner Frau. Ihre kinderlosen
Arbeitgeber wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind.
Ihr Chef Lin Dong zeigt Liu Ping Guo die richtigen
Kniffe, wie man es den Kunden aus der aufstrebenden
Mittelschicht recht macht und höhere Trinkgelder
bekommt. Bei einer Feier mit Kollegen trinkt Liu
Ping Guo zu viel, was Lin Dong ausnutzt, indem er
sie vergewaltigt. |
Das beobachtet ihr Mann
An Kun, der als Fensterputzer arbeitet. Seine Eifersucht und
Wut auf Lin Dong ist verflogen, als er auf die Idee kommt,
den Vergewaltiger seiner Frau zu erpressen. Für Geld und
Sex mit Lin Dongs Frau verspricht er Stillschweigen. Als Liu
Ping Guo schwanger wird, vermutet ihr Mann, dass Lin Dong der
Vater sein müsse. Sein Versuch, noch mehr Geld aus dem
Arbeitgeber seiner Frau herauszupressen, endet mit einem
fatalen Deal: An Kun bekommt die verlangte Geldsumme und
Lin Dong das Kind. Ihre Frauen werden nicht gefragt. Als
Liu Ping Guo unmittelbar nach der Geburt als Tagesmutter
ihren Dienst im Haushalt von Lin Dong, seiner Frau und dem
erworbenen Baby antritt, eskaliert die Situation dramatisch.
Lost in Translation
Da ist der Film von Regisseurin Li Yu im Wettbewerb
gestrandet und alle Welt redet nur über die Zensur. Dabei könnte
man auch über die Schauspieler reden, die einem Leid
tun können, weil sie doch so oft unscharf oder völlig
verwischt zu sehen sind und dennoch eine überzeugende
Arbeit machen, sind sie doch alle bekannt in China und chinesischen
Stars. Oder über die Sichtweise der Stadt Peking, das
wohl nur noch aus Hochhäusern zu bestehen scheint und
ob drei Sexszenen in den ersten zwanzig Minuten nicht doch
etwas zu viel sind. Trotz der Diskussion um Zensur, der Film
ist ein Portrait eines Lebensgefühls dieser Stadt, das
dürfte auch ein Eingriff in diesen Film nicht verändern.
Da blieb nur den Film gänzlich zu verbieten. Das geht
nach dem Auftritt auf der Berlinale hoffentlich nicht mehr.
Der Regisseurin Li Yu kann man nur wünschen, das sie
unbeschadet aus der Angelegenheit wieder raus kommt.
«Lost in Beijing» im Original
Anfänglich hieß es, die Regisseurin Li Yu muss den
Film um knapp 15 Minuten kürzen. Es sillten 53
Szenen und Einstellungen entfernt werden, die die chinesischen
Behörden
als „anstössig“ empfinden. Umstritten
sind die Gründe der Zensur. Laut «Hollywood
Reporter» wollen die chinesischen Behörden mit
Blick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking ein Negativimage
verhindern. Dem Filmvertrieb zufolge enthält «Lost
in Beijing» neben der Vergewaltigungsszene auch sehr
offene Sex-Szenen. «Was auf der Berlinale gezeigt
wurde, ist eine längere Version als die, die von der
Zensur genehmigt wurde.» Der Produzent hatte bereits
vor den Festspielen geklagt, er sei nicht glücklich über
die Kürzung, sagte Produzent Fang Li. Der chinesische
Berlinale-Wettbewerbsbeitrag wird
am Freitag jedoch in seiner Originalversion gezeigt.
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Volksrepublik China,
Hongkong, China, 2007, 112 min
Regie: Li Yu
Darsteller: Tony Leung, Fan Bingbing, Tong Da Wei,
Elaine Jin (Y.L.), Zeng Mei Hui Zi
Sektion: Wettbewerb |
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Sa 17.02. 12:00 Urania
(E)
Sa 17.02. 18:30 Urania (D)
Sa 17.02. 22:30 International (D) |
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Generation:
Gläserner Bär für
den besten Film im Wettbewerb 14plus
Die Jury des Jugendfilm-Wettbewerbs 14plus verleiht bei den
57. Internationalen Filmfestspielen Berlin den Gläsernen
Bären für den besten Spielfilm sowie eine Lobende
Erwähnung an folgende Filme:
Der Gläserne Bär für den besten Spielfilm:
Adama Meshuga'at von Dror Shaul
„Ist es möglich Individualität und Freiheit mit dem Wunsch nach
Gemeinschaft zu verbinden? Die authentische Darstellung einer engen Mutter-Sohn-Beziehung
und der Suche nach dem eigenen Weg hat uns tief berührt. Der Gläserne
Bär für den besten Spielfilm geht an ADAMA MESHUGA’aT von Dror
Shaul.“
Die Lobende Erwähnung:
The Fall von Tarsem Singh
„Die beeindruckenden Bilder, welche die traumhafte Märchenwelt mit
der harten Realität verbinden, bleiben uns sicherlich noch lange in Erinnerung.
Die wundervolle Hauptdarstellerin hat es geschafft, uns zu bezaubern und für
110 Minuten in ihren Bann zu ziehen. Die Lobende Erwähnung geht an den Film
THE FALL von Tarsem Singh.“
21. TEDDY Awards 2007 – Die GewinnerDie acht Mitglieder der TEDDY-Jury, die aus dem Kreis schwuler oder lesbischer
Filmfestivalmacher und -macherinnen gewählt werden, sichteten Filme aller
Sektionen des Festivals, die in einem schwulen, lesbischen und/oder transgender
Kontext standen. Der TEDDY wird in den Kategorien Bester Spielfilm, Bester
Dokumentar-/Essayfilm und üblicherweise Bester Kurzfilm vergeben. Zuvor
nominiert die Jury drei Filme aus jeder Kategorie.
Der TEDDY für den besten Spielfilm,
CI-QING
Spider Lillies von Zero Chou
Prämiert für seine symbolische und vielschichtige Reflektion von Liebe, Verlust
und das Wiedererleben von Gefühlen durch Erinnerung.
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Nach dem Tod ihres Vater hat Takeko seine Stelle
eingenommmen und trägt die Verantwortung für sich und ihren kranken Bruder
allein.
Sie trägt das gleiche Tattoo wie ihr Vater, eine Lilie mit mystischer
Bedeutung. Dieser Blume des Bösen werden magische Kräfte nachgesagt, ihre
Blütenblätter sollen das Gedächtnis rauben, und wer sich ihr verschreibt,
wird in der Hölle landen. |
Als Takeko im Internet das Webcam-Girl Jade kennen lernt, verweben sich Realität
und Traum im Stil eines Fantasy-Thrillers, und die fatale Lilie entfaltet
ihre Wirkung.
Besondere Erwähnung für kinematographische Qualität
La León von Santiago Otheguy
In Anerkennung seiner erhabenen Kinematographie bei der Darstellung einer isolierten
Existenz in Argentinien.
Der TEDDY für den besten Dokumentarfilm,
A Walk into the sea: Danny Williams and the Warhol Factory von Esther B. Robinson
Die Rekonstruktion eines an eine zügellose Pop-Art-Bewegung verlorenen Künstlers,
dessen Leben und Tod geheimnisvoll verschleiert sind.
Der Förderverein TEDDY e. V. verleiht dem Schauspieler
HELMUT BERGER einen SPECIAL TEDDY für sein Gesamtwerk.
Den in diesem Jahr erstmals vergebenen
TEDDY BALLOT VOLKSWAGEN Zuschauerpreis gewinnt
NOTES ON A SCANDAL Tagebuch eines Skandals von Richard Eyre
Insgesamt beteiligten sich mehr als 4.500 Zuschauer an der Abstimmung.
Erfolgreicher Ausklang des Berlinale Talent Campus #5
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Für sechs intensive Tage waren 362 Nachwuchsfilmer
aus aller Welt in den drei Häusern des Theaters „Hebbel am Ufer“ zu
Gast. Podiums-Gespräche mit renommierten Film- und Medien-Experten,
Exkursionen, Screenings und Workshops - mit über 80 Veranstaltungen
bot der fünfte Campus den Talenten, Berlinale-Gästen und anderen interessierten
Besuchern ein vielfältiges Programm rund um das diesjährige Campus-Thema
„Home Affairs – Privacy, Films and Politics“. |
Am Donnerstag feierte der Berlinale Talent Campus #5 mit der Farewell
Ceremony und der Preisverleihung der Volkswagen Score Competition seinen
erfolgreichen Abschluss.
Zu den Höhepunkten
zählten die Veranstaltungen mit Bianca Jagger, Jasmila Žbanić, Walter Salles,
Tom Tykwer, John Waters, Wim Wenders und dem Wettbewerbs-Jurymitglied Gael
Garcia Bernal. In 90 kurzweiligen Minuten sprach der Schauspieler über seine
Karriere und welche realen und fiktionalen Grenzen er dabei überschritten hat.
Sein Rat an den Nachwuchs: „Macht keine Kompromisse, wenn es darum geht, für
Eure eigenen Überzeugungen einzutreten, vor allem nicht aus kommerziellen Erwägungen.“
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One Day – One Movie.
Das
Garage Studio ist die neue Initiative des Working Campus. Am Abschlusstag
des Campus wurden die vier in der Campus-Woche produzierten „Garage
Flicks”, Resigned, One Day of these Days, Click-Clack-Clack und The
Discreet Charms of the Refugee, auf der großen Leinwand im HAU 1
öffentlich präsentiert. Moderiert von David Thompson, dem Leiter
von BBC Films, berichteten die Talent-Teams und ihre Mentoren Jia
Zhangke, Grahame Weinbren und Jay Anania über ihre Erfahrungen mit
dieser Form des Filmemachens. |
„Das Garage Studio
war eine unglaubliche Erfahrung für mich. Es war eine intensive und einzigartige
Mischung von Aufregung, Angst, harter Arbeit und vielen Überraschungen“, so
das Fazit von Colm Quinn, Regisseur von The Discreet Charms of the Refugee.
Im Internet zu sehen sind die vier Garage Flics unter www.berlinale-talentcampus.de.
Höhepunkt des letzten Campus-Tages war die Farewell Ceremony und die Preisverleihung
der Volkswagen Score Competition. Campus-Leiterin Dorothee Wenner und Schauspieler
Thomas Heinze führten durch den Abend. Für die Volkswagen AG gab Christiane
Krebs-Hartmann, Leiterin Volkswagen Public Relations, den Gewinner des Wettbewerbs
bekannt: ausgezeichnet wurde der Berliner Komponist Ilja Coric für seine Neuver-tonung
eines Ausschnittes aus One Day in Wolfsburg. Die Jurymitglieder Jan Kaczmarek,
Martin Steyer und Martin Todsharow und zeigten sich beeindruckt „von dem frischen
Ansatz eines handwerklich herausragenden Scores“. Der Sieger Ilja Coric darf
einer Einladung von Dolby zu einer einwöchigen Reise zu den besten Musik und
Soundstudios nach Los Angeles folgen, wie Graham Edmondson, Film Marketing
Manager bei Dolby, bekanntgab.
Im Anschluss an die Preisverleihung lud der Campus die Talente, Experten,
Gäste und Partner zur Abschlussparty ins HAU 2 ein. Dort sorgte die Band „Data
MC“, deren Auftritt von der Volkswagen Sound Foundation ermöglicht wurde, für
ausgelassene Stimmung. Gastgeber der Party waren neben dem Campus die Volkswagen
AG und die Robert Bosch Stiftung.
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Das Fazit des Talent Alon
Levi: „Der Campus gab mir die Gelegenheit, mit Menschen aus anderen Ländern
in Kontakt zu kommen, die ich normalerweise nicht treffen würde. Ich
habe Leute mit dem gleichen Sinn für Humor kennengelernt, was wirklich
wichtig ist, wenn Du Filme machen möchtest. Und Berlin ist gar nicht
so kalt wie ich erwartet hatte!“
http://www.berlinale-talentcampus.de |