Goldener
Bär der Berlinale 2007
Der Goldene Bär der 57.
Internationalen Filmfestspiele Berlin geht an den
chinesischen Film "Tuays Ehe". Nina Hoss
("Yella") ist mir dem Silbernen Bären
als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden.
Der Argentinier Julio Chávez erhielt den
Silbernen Bären als bester Schauspieler für
seine Rolle in "Der Andere". Silberne
Bären gab es auch für "Der gute
Hirte" und "Beaufort".
Die
Bärengewinner
 |
|
Mehr
als 19.000 Akkreditierte aus 127 Ländern,
darunter 4000 Journalisten, nahmen dieses
Jahr am Festival teil. Die Berlinale zählte
rund 430.000 Kinobesuche, davon gingen
etwa 200.000 Tickets ans Publikum und damit
zählt die Berlinale wieder zum größten
Puklikumsfestival der Welt. Insgesamt wurden
373 Filme aus über 50 Ländern
in 1190 Vorführungen gezeigt.
Das
Festival geht am Sonntag mit dem „Kinotag“ zu
Ende.Großer Beliebtheit erfreuten sich
auch die Berlinale Merchandising-Produkte:
Rund 8.000 Artikel, darunter Taschen, Tassen,
Teddys, T-Shirts und Mützen waren bis
zum Ende des Festivals restlos ausverkauft. |
Der Start der neuen Sonderreihe Kulinarisches
Kino – Eat, Drink, See Movies im Spiegelzelt „Gropius
Mirror“ hat alle Erwartungen übertroffen.
Insgesamt besuchten 1.701 Gäste die Filmvorführungen
der kulinarischen Reihe, davon nahmen 978 Besucher
an den täglich von Alfred Biolek moderierten
Dinner-Talkrunden teil.
Auch die Sonderreihe Magnum in Motion sowie
alle Sektionsprogramme und die Retrospektive
City Girls waren zu fast 100% ausgebucht.
Der European Film Market (EFM) – zentraler
filmwirtschaftlicher Bereich der Internationalen
Filmfestspiele Berlin – blieb weiter qualitativ
und quantitativ auf Wachstumskurs. In den zwei
Top-Locations Martin-Gropius-Bau und den EFM
Business Offices präsentierten sich in diesem
Jahr 259 Unternehmen der Filmbranche aus 46 Ländern
mit 115 Marktständen. Angeboten wurden 702
Filme, 878 Einkäufer aus aller Welt hatten
sich akkreditiert.
Favoriten
Als Favoriten werden die Tragikkomödie «Irina Palm» von
Sam Gabarski und der tschechische Film «Ich habe
den englischen König bedient» von Oscar-Preisträger
Jiri Menzel gehandelt. Die Deutschen waren dieses Mal mit
zwei Beiträgen vertreten. «Die Fälscher» über
eine von den Nazis im KZ Sachsenhausen eingerichtete Fälscherwerkstatt
und Christian Petzolds «Yella» mit Nina Hoss und
Devid Striesow, der auch in «Die Fälscher» eine
tragende Rolle spielt.
Die Frauen
Gleich am Anfang der Berlinale war es der Eröffnungsfilm „La
vie en rose“ über das Leben der Edith Piaf. Frauen
waren dieses jahr mit Ihren Geschichten queer dur alle Sektionen
vertreten. Von Judi Dench über Emmanuelle Béart bis
zu Jennifer Lopez gab es eine breite Spannweite von schauspielerischer
Leistung zu sehen.
Das Rauchen
Erinnern sie sich an den Film "Thank You for Smoking" von
Jason Reitman. In dem Film geht es um einen Deal zwischen der
Tabakindustrie und Hollywood. Es hat geklappt, in den letzten
Jahren wurde nie so viel auf der Leinwand gequalmt, wie dieses
Jahr.
Pressehefte
 |
|
Wer
glaubt, das es im digitalem Zeitalter weniger
Papier gibt, täuscht sich. Hochglanz wohin
man schaut. Kiloweise wird man von den Verleihfirmen
gefüttert Die meisten Pressehefte sind
der übliche Durchschnitt, manche nur
pragmatisch zusammengeheftet Kopien. Fortissimofilms
aber zaubert kleine Kunstwerke, die man sich
gerne aufhebt.
THE HOME SONG STORIES
by Tony Ayres
Official Selection: Berlin Panorama 2007 |
Deutsche Schauspieler/innen - international
Moritz Bleibtreu spielt bei den
Tavianis und Paul Schrader, André Hennicke
in „In Memoria di Me“, Daniel Brühl spielt
unter der Regie von Julie Dely, Martina Gedeck ist in „The
Good Shepherd“ zu sehen, Julia Jentsch spielt in "Ich
habe den englischen König bedient" und Marie Bäumer
in dem kroatisch-bosnischdeutschen Forumsfilm „Armin“ mit.
Historische Stoffe
Clint Eastwoods „Letters from Iwo Jima“, Steven
Soderberghs „The Good German“, Jiri Menzels „Ich
habe den englischen König bedient“, Stefan Ruzowitzkys „Die
Fälscher“, Bille August "Goodbye Bafana" und
Cao Hamburger mit "Das Jahr als meine Eltern im Urlaub
waren" und
dann noch zweieinhalb Stunden Nachhilfe im Geschichtsunterricht,
Thema CIA, mit der"Der gute Hirte ".
PanoramaPublikumsPreis 2007
 |
|
Das
Publikum hat entschieden: Der PanoramaPublikumsPreis
2007, verliehen von „radioeins“ vom
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und dem
Berliner Stadtmagazin „tip“ in
Zusammenarbeit mit der Panorama-Sektion der
Berlinale, geht an
Blindsight (Großbritannien
2006),
Regie: Lucy Walker. |
BLINDSIGHT
Erik Weihenmayer ist Bergsteiger - und blind. Zu den Gipfeln,
die er bestiegen hat, gehört unter anderem der Lhakpa
Ri, 7.045 Meter hoch an der Nordseite des Mount Everest
gelegen. Sabriye Tenberken ist ebenfalls blind - und
Pädagogin in Lhasa. Als sie von Weihenmayers außerordentlicher
Leistung erfährt, nimmt sie Kontakt zu ihm auf.
Gemeinsam entwickeln sie den Plan, sechs junge blinde
Schüler und Schülerinnen auf den Lhakpa Ri
zu führen. Lucy Walker und ein Kamerateam haben
diesen be schwerlichen Aufstieg begleitet.
Doch geht es in ihrem Film nicht allein um den physischen
Kraftakt. Vor dem Hintergrund atemberaubender Landschaften
erzählt Lucy Walker auch von den persönlichen
Schicksalen der blinden Bergsteiger, die man entweder für
wagemutig oder wahnsinnig halten kann. In Tibet wird Blindheit
heute noch vielfach als Stigma empfunden, als eine Strafe
der Götter für Verfehlungen in einem vorherigen
Leben. Oft war es für Sabriye Tenberken sehr schwer,
gegen solche Einstellungen anzukämpfen. Auch Lucy
Walker, selbst auf einem Auge blind, hatte Widerstände
zu überwinden. Nie zuvor hatte sie Berge bestiegen.
Auf der Tour brach sie sich einen Knöchel, sie litt
an einer Tropenruhr, an Kopfläusen und an der Höhenkrankheit.
Aber sie hat, wie sie sagt, jede Minute genossen.
http://www.blindsightthemovie.com/
Der PanoramaPublikumsPreis wird seit 1999 verliehen. Die
Kinobesucher der 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin
waren aufgerufen, per Stimmkarte bzw. Internet über
die einzelnen Filme der Panorama-Sektion abzustimmen. Die
Beteiligung war in diesem Jahr herausragend: über 21.000
Stimmen wurden abgegeben und ausgewertet. Das Panorama präsentierte
in diesem Jahr insgesamt 50 Produktionen, davon 17 in der
Reihe Panorama Dokumente.
Die offizielle Preisverleihung findet am Sonntag, den 18.
Februar um 17 Uhr im Kino 7 des CinemaxX am Potsdamer Platz
statt. Der Gewinnerfilm wird mit der Bronzestatue des Berliner
Bildhauers Hubertus Brand geehrt. Den Preis übergeben – in
Anwesenheit von Panorama-Chef Wieland Speck – „radioeins“-Chefredakteur
Florian Barckhausen und „tip“-Chefredakteur Heiko
Zwirner. Durch die Veranstaltung führt „radioeins“-Filmexperte
Knut Elstermann. Im Anschluss an die Preisverleihung wird
der Publikumsfavorit noch einmal aufgeführt.
PanoramaPublikumsPreis-Gewinner 2007:
Blindsight
Großbritannien 2006
Regie: Lucy Walker
2. Platz PanoramaPublikumsPreis 2007:
The Bubble
Israel 2006
Regie: Eytan Fox
3. Platz PanoramaPublikumsPreis 2007:
När Mörkret Faller - When Darkness Falls
Schweden/Deutschland 2006
Regie: Anders Nilsson
Perspektive Deutsches Kino:
| Dokumentarfilm Prinzessinnenbad von
Bettina Blümner
gewinnt „Dialogue en perspective“ |
Junge deutsch-französische Jury von TV5MONDE und dem
Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) verleiht zum
vierten Mal unabhängigen Jurypreis
Im Rahmen der Preisverleihung der unabhängigen Jurypreise
der Berlinale hat eine junge deutsch-französische Jury
heute den „Dialogue en perspective“ an den Film
Prinzessinnenbad von Bettina Blümner vergeben. Die Jury
wurde 2004 vom französischen Fernsehsender TV5MONDE
gemeinsam mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin
initiiert und vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit dem
DFJW nun zum bereits vierten Mal an einen Film aus der Sektion
Perspektive Deutsches Kino.
Die sieben deutschen und französischen Jurymitglieder
zwischen 18 und 29 Jahren haben gemeinsam mit der Juryvorsitzenden
Mathilde Bonnefoy, die 1999 den Deutschen Filmpreis als Cutterin
des Kultfilms Lola rennt gewann, alle Beiträge der Berlinale-Sektion
Perspektive Deutsches Kino mit jungem, interkulturellem Blick
gesichtet. Warum am Ende Prinzessinnenbad alle am meisten
begeistern konnte, begründet die Jury wie folgt: „Der
Preis ‚Dialogue en Perspective’ geht an einen
dokumentarischen Film, der die Poesie alltäglicher Geschichten
offen legt. Dem Film gelingt es, die Intimität und das
Wesen der Protagonisten derart zu berühren, dass die
Distanz zur fremden Wirklichkeit überwunden werden kann.“
Eine lobende Erwähnung geht an einen Film, der das
Dokumentarische in der Fiktion verankert.
Hotel Very Welcome von Sonja Heiss beeindruckt durch die Leichtigkeit, mit der
er zeigt, wie sich die persönlichen Fragen der fünf
Figuren nach dem Sinn ihres Lebens in den Begegnungen mit
einem fremden Land spiegeln. Die beiden ausgewählten
Filme überzeugen durch ihren innovativen Umgang mit
den erzählerischen Mitteln des Dokumentarischen und
des Fiktionalen.
ENDE
Die 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom
7. bis zum 17. Februar 2008 statt. See you there...