Hommage
Eric Rohmer
Eric Rohmer, der älteste der Nouvelle-Vague-Weggefährten Godard,
Rivette, Chabrol und Truffaut, hatte bereits einen Roman geschrieben
und war als Lehrer und Kritiker tätig, bevor er mit dem Filmemachen
begann. Zwischen 1950 und 2007 hat er dann mehr als 50 Filme gedreht.
Die meisten sind unschwer als Rohmer-Filme zu identifizieren, seine
Handschrift ist unverkennbar. Alle Filme Rohmers sind gewissermaßen
Versuchsanord-nungen, die durchgespielt werden; meist geht es um
die Liebe auf der Bühne des Alltags, die Rolle von Zufall und Moral,
um filigrane Beziehungsgeflechte, ein virtuoses Spiel mit der Arithmetik
von Beziehungen – was jeweils vor allem sprachlich verhandelt wird.
Die Dialoge sind wesentliches Element der Szenerie, dem gesprochenen
Wort kommt eine wichtige Rolle zu: Das Nachdenken über Gefühle, Lebensentwürfe,
Enttäuschungen und Sehnsüchte wird stets ausformuliert. Rohmers Filme
sind streng komponiert und doch von großer Leichtigkeit, intellektuell
und sinnlich, künstlich-stilisiert und reich an Wirklichkeit. Und
immer mit einer gewissen Distanz in Szene gesetzt, beobachtend, neugierig,
etwas herauszufinden über die Figuren und deren Handeln.
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Romy Schneider
Nur wenige deutschsprachige Schauspielerinnen haben international
Karriere gemacht, zu den bekanntesten unter ihnen zählt die 1938
in Wien als Tochter der in den 30er Jahren beliebten Filmstars Magda
Schneider und Wolf Albach-Retty geborene Romy Schneider. Noch als
Teenager in den 50er Jahren erlangte sie in der Rolle der Sissi europaweiten
Ruhm; in den 70ern wurde sie in Frankreich zum umjubelten, preisgekrönten
Star, der sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1982 blieb. 1958 entzog sich
Romy Schneider dem Einfluss ihrer Mutter und damit auch der bundesdeutschen
Filmindustrie und ging zu Alain Delon nach Paris. Beinahe unbegrenzt
scheinen die Möglichkeiten Romy Schneiders zu jener Zeit aus heutiger
Sicht. Sie spielte Theater auf Französisch mit dem italienischen
Regisseur Luchino Visconti; sie drehte Filme in England und Frankreich,
Spanien, in den USA und dann doch wieder in der Bundesrepublik, und
sie versuchte sich in der Komödie, im Melodram, im Psychothriller
und im historischen Film. Gemeinsam ist ihren amerikanischen Regisseuren,
den Meistern des Regie-Handwerks Orson Welles und Otto Preminger
und den Komödienregisseuren Clive Donner und David Swift, dass sie
mit Romy Schneider umgingen, als ob sie das erste Mal vor der Kamera
gestanden hätte und ihrem Spiel neue, unbekannte Facetten entlockten
und eine Intensität, die auf ihr großes schauspielerisches Talent
verwies. Im Museum für Film und Fernsehen ist noch bis zum 30. Mai
die Ausstellung "Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris" zu
sehen, die die wechselhafte Karriere Romy Schneiders dokumentiert.
Die Filmreihe, die im April fortgeführt wird, zeigt im März wenig
bekannte Filme aus 60er Jahren.
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Retrospektive Carl Theodor Dreyer
Wir setzen im März unsere Retrospektive mit Filmen des großen dänischen
Regisseurs Carl Theodor Dreyer (1889–1968) fort und zeigen bis Ende
des Monats alle seine Regiearbeiten. Dreyer drehte zwischen 1919
und 1964 insgesamt 14 lange Filme, die sich stark voneinander unterscheiden.
Sozialer Realismus und Melodram, Lustspiel und Passionsgeschichte,
Märchen und Horrorfilm wechseln einander ab. Von prägnanten Großaufnahmen
bestimmte Arbeiten stehen neben Werken ohne ein einziges Close-up,
rhythmisch schnell geschnittene Filme neben solchen mit zehnminütigen
Einstellungen, vom Sprechen dominierte Arbeiten neben Tonfilmen mit
einem Minimum an Dialog. Dreyers Überzeugung nach sollte ein Regisseur
keinem persönlichen Stil anhängen; sein Anspruch war es, den Stoffen
entsprechend "jeweils einen Stil zu finden, der nur gültig für
einen ganz bestimmten Film ist." Entscheidende Grundlage dafür
war für ihn das – stets nach einer literarischen Vorlage selbst verfasste
– Drehbuch, die Wahl der Darsteller sowie eine besondere Sorgfalt
und Detailgenauigkeit bei der Ausstattung. Allen Filmen gemein ist
die Suche nach einer modernen kinematographischen Ausdrucksform und
eine Reduktion auf das Wesentliche.
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