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20.12. 2025 |
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Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden zum zweiten Mal von der britischen Intendantin Tricia Tuttle verantwortet, die seit 2024 verstärkt auf klar profilierte Sektionen und eine stärkere Vernetzung mit der Branche setzt. Nach ihrem Amtsantritt baute Tuttle die Leitungsstruktur schrittweise um und besetzte Schlüsselpositionen neu. So übernahm etwa Heleen Gerritsen 2025 die Leitung der Retrospektive und von Berlinale Classics und folgte damit auf den langjährigen Kurator Rainer Rother. Zudem wurde im Juli 2025 die indische Produzentin und Kuratorin Anu Rangachar in das Delegiertenteam berufen, die als Expertin für zeitgenössisches südasiatisches Arthouse-Kino gilt. Mit solchen Personalentscheidungen stärkt die Berlinale ihre internationale Vernetzung und diversifiziert die Auswahlperspektiven auf das Weltkino.
Den Vorsitz der Internationalen Jury übernimmt 2026 der deutsche Regisseur Wim Wenders, der bereits mit „The Million Dollar Hotel“ im Wettbewerb vertreten war und 2015 mit dem Goldenen Ehrenbären geehrt wurde. Seine Präsenz verspricht einen Wettbewerb, der künstlerisch anspruchsvolle Handschriften und filmische Grenzgänge besonders aufmerksam würdigt
Die Berlinale Retrospektive 2026 feiert das Kino der 1990er! „Lost in the 90s“ entführt in eine Zeit des Aufbruchs, der Rebellion und der filmischen Experimente. Zwischen Mauerfall, politischem Chaos, MTV und digitalem Wandel entstanden in Ost und West freisinnige und neugierige Werke. 22 Filmprogramme, dazu Talks und Events im E-Werk. Erstmals kooperiert die Retrospektive zudem mit dem Goethe-Institut. Ab März 2026 können fünf Filme des Berlin-Schwerpunkts in den weltweit 150 Instituten vorgeführt werden.
Berlinale Talents, das renommierte Talentförderprogramm der Internationalen Filmfestspiele Berlin, geht 2026 in seine 24. Ausgabe. Jedes Jahr bringt das Programm 200 aufstrebende Filmschaffende und Filmprofis aus aller Welt zu einem Summit während des Festivals zusammen. Das diesjährige Thema lautet: „Creating (and) Confusion — Cinema, Chaos and the Power of Discomfort“. Es lädt dazu ein, die Ambiguität und Komplexität unserer Welt anzunehmen und die kreativen Potenziale zu erkunden, die daraus entstehen. Über fünf Tage hinweg werden die Teilnehmenden sich unter anderem damit auseinandersetzen, wie neue Ideen und persönliche Einsichten selten aus klaren, einfachen Situationen hervorgehen, sondern vielmehr aus offenen, komplexen Bedingungen, Begegnungen und Fragestellungen. |
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