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20.01.2026 |
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Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden zum zweiten Mal von Tricia Tuttle verantwortet, die seit 2024 verstärkt auf klar profilierte Sektionen und eine stärkere Vernetzung mit der Branche setzt. Nach ihrem Amtsantritt baute Tuttle die Leitungsstruktur schrittweise um und besetzte Schlüsselpositionen neu. So übernahm etwa Heleen Gerritsen 2025 die Leitung der Retrospektive und von Berlinale Classics und folgte damit auf den langjährigen Kurator Rainer Rother. Zudem wurde im Juli 2025 die indische Produzentin und Kuratorin Anu Rangachar in das Delegiertenteam berufen, die als Expertin für zeitgenössisches südasiatisches Arthouse-Kino gilt. Mit solchen Personalentscheidungen stärkt die Berlinale ihre internationale Vernetzung und diversifiziert die Auswahlperspektiven auf das Weltkino.
Den Vorsitz der Internationalen Jury übernimmt 2026 der deutsche Regisseur Wim Wenders, der bereits mit „The Million Dollar Hotel“ im Wettbewerb vertreten war und 2015 mit dem Goldenen Ehrenbären geehrt wurde. Seine Präsenz verspricht einen Wettbewerb, der künstlerisch anspruchsvolle Handschriften und filmische Grenzgänge besonders aufmerksam würdigt
22 Filme werden im Berlinale Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren, darunter ein Debütfilm, ein Animationsfilm und eine dokumentarische Form. Produktionen aus 28 Ländern sind vertreten. 20 Filme werden als Weltpremiere gezeigt. Bei neun Filmen haben Frauen Regie oder Co-Regie geführt. 14 Filmemacher*innen haben in der Vergangenheit Werke bei der Berlinale präsentiert, sechs von ihnen bereits im Wettbewerb. Das Profil bleibt klar politisch: erzählt werden Geschichten zu Machtstrukturen, Identität, gesellschaftlichen Umbrüchen und persönlichen Krisen. Im Wettbewerb sind u. a. Filme mit Stars wie Elle Fanning, Amy Adams, Sandra Hüller, Pamela Anderson und Channing Tatum angekündigt, dazu drei deutsche Regisseur:innen (İlker Çatak, Angela Schanelec, Eva Trobisch). Eröffnungsfilm ist die romantische Komödie „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat, die die Lage von Frauen in Afghanistan thematisiert und den eher arthousigen Kurs des Festivals markiert.
„Wir haben so viel gefunden, in das wir uns im diesjährigen außergewöhnlich starken Wettbewerbsprogramm verlieben konnten. Und wir sind so überzeugt vom Charme dieser 22 Filme, dass wir unerschrocken sagen: ‚Wer hier nichts zum Lieben findet, liebt das Kino nicht!!‘ Satirische und formalistische Komödien, Genrefilme, ein psychologischer Thriller, eine Liebesgeschichte, eine Selbstliebesgeschichte, Anime, ein Western… diese 22 Filme zeigen, wie vielfältig großartiges Kino im Jahr 2026 ist. Jeder einzelne ist kunstvoll gestaltet und erfüllt sein eigenes künstlerisches Versprechen. Wir können es kaum erwarten zu sehen, welche Filme am 21. Februar von Wim Wenders’ Jury mit dem Goldenen und den Silbernen Bären ausgezeichnet werden“, sagt Intendantin Tricia Tuttle.
Der britisch-deutsche Komponist und Klangkünstler Max Richter wird bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin mit der Berlinale Kamera geehrt. Aktuell läuft der Film "Hamnet" mit seiner bewegenden Musik im Kino.
Bei der Berlinale 2026 wird erneut eine renommierte Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden. Neben Jurypräsident Wim Wenders (Deutschland) sind Min Bahadur Bham (Nepal), Bae Doona (Südkorea), Shivendra Singh Dungarpur (Indien), Reinaldo Marcus Green (USA), HIKARI (Japan) und Ewa Puszczyńska (Polen) Mitglieder der Internationalen Jury.
Die Berlinale engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für den Filmnachwuchs. In Kooperation mit der GWFF vergibt sie den Preis Bestes Spielfilmdebüt in der kompetitiven Sektion Perspectives. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) gestiftet. Eine dreiköpfige Jury entscheidet über die Preisvergabe: Sofia Alaoui (Marokko), Frédéric Hambalek (Deutschland) und Dorota Lech (Polen / Kanada). |
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