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Experimentelles Fernsehen
der 1960er und 70er Jahre
 
 
Massenmedium, dessen meinungsbildender Macht Künstler und Theoretiker skeptisch gegenüberstanden. Kritisiert wurde vor allem die „Einwegkommunikation“, die den Zuschauer in eine passive Rolle zwingt. Um das deutsche Fernsehpublikum aus dieser Passivität zu befreien, forderte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt noch 1978 einen fernsehfreien Sonntag. In radikalen Kunstaktionen bezogen Künstler öffentlich Stellung zu dem Thema: Wolf Vostell begrub in New York ein mit Stacheldraht umwickeltes TV-Gerät (TV BURYING, 1963) und inszenierte in Wuppertal die rituelle Erschießung eines laufenden Fernsehapparates (NEUN NEIN-DE-COLL/AGEN, 1963). Joseph Beuys bedeckte die
       
   
Mattscheibe eines Fernsehgerätes mit Filz (FILZ TV, 1966). In die Elektronik des Gerätes selbst griff Nam June Paik ein und ließ zugleich die Zuschauer an der Gestaltung des Bildes aktiv teilnehmen (MAGNET TV, 1965; PARTICIPATION TV, 1963). Ab Mitte der 1960er Jahre begannen Künstler, Schriftsteller, Komponisten und Regisseure, sich mit dem Medium Fernsehen zu beschäftigen und nach neuen bildsprachlichen und erzählerischen Mitteln zu suchen. Für das deutsche Fernsehen begann eine seiner experimentierfreudigsten Phasen. Mit der Einführung von MAZ, Bluebox und Stanztechnik ergab sich eine Fülle neuer ästhetischer Möglichkeiten, die viele Regisseure nutzten. Sowohl in der Populärkultur als auch in der Werbung und im Fernsehfilm zeigte sich eine neue ästhetische Vision. Anhand beispielhafter Arbeiten einzelner Künstler zeigt die Ausstellung einen Querschnitt dieser Epoche deutscher Fernsehgeschichte.


     
Truck Branss JETZT SCHLÄGT’S DREIZEHN!, ZDF 31.12.1967, Regie: Truck Branss Quelle: Privatarchiv Truck Branss / Andreas Boldt Truck Branss MUSIKAUKTION, Folge 3: Cherry Wainer SR 15.3.1965, Regie: Truck Branss Quelle: Privatarchiv Truck Branss / Andreas Boldt Datum: 11.05.2011 Betrachtungen: 5 René Borg, Jacques Rouxel LES SHADOKS 1968-1973, OTRF 29.4.1968, DIE SHADOKS, NDR 21.12.1969 (dt. Erstausstrahlung), Text und Grafik: Jacques Rouxel Regie: René Borg Zeichnung auf 70-mm-Filmstreifen © 1968-1974 INA


EXPERIMENTELLES FERNSEHEN DER 1960er UND 70er JAHRE

19. Mai bis 24. Juli 2011
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen
im Filmhaus am Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Anfahrt S-/U-Bahn Potsdamer Platz
Bus M48, M85, 200 Varian-Fry-Straße

Kontakt Tel. 030/300903-0, Fax 030/300903-13


Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr
Pfingsten geöffnet

Eintritt Sonderausstellung
4 € Erwachsene | 3 € ermäßigt
2 € Schüler | ab 10 Schüler freier Eintritt für Begleitung
6 € Familienticket (1 Erwachsener mit Kindern)
12 € Großes Familienticket (2 Erwachsene mit Kindern)
Sonderausstellung + Ständige Ausstellungen
6 € Erwachsene | 4,50 € ermäßigt
4,50 € Gruppen (ab 10 Personen)

Exponate ca. 180 Min. Medien, ca. 140 Fotos, Originaldokumente
u. a. persönliche Notizen von Samuel Beckett zu den Fernseharbeiten,
University of Reading, Beckett Collection;
Storyboard zu ROTMORD, gezeichnet von Wilfried Minks, Privatbesitz;
Comicstrip zu DER POTT, gezeichnet von Guy Peellaert, Privatbesitz


     
Jean Christophe Averty, Guy Pellaert IDEA, ZDF/RTB 11.12.1968, Regie: Jean Christophe Averty Künstlerische Leitung: Guy Peellaert Screenshot Quelle: Deutsche Kinemathek / ZDF Samuel Beckett QUADRAT I und II, SDR 8.10.1981, Regie: Samuel Beckett © SWR, Hugo Jehle / Historisches Bildarchiv Jean Christophe Averty, Guy Pellaert IDEA, ZDF/RTB 11.12.1968 Regie: Jean Christophe Averty Künstlerische Leitung: Guy Peellaert Screenshot Quelle: Deutsche Kinemathek / ZDF
  MMM/juni2011
 
 

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