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  Première Brasil
  Filme des Rio de Janeiro International Film Festival
   
 
Zum zweiten Mal findet im Dezember 2010 das brasilianische Filmfestival Première Brasil im Haus der Kulturen der Welt mit den interessantesten und erfolgreichsten Neuproduktionen aus Brasilien statt. Zusammengestellt von Ilda Santiago, der Leiterin des Rio de Janeiro International Film Festival, zeigt das Haus eine Auswahl aus dessen Sektion Première Brasil, die alljährlich auch im Museum of Modern Art (MoMA) in New York zu sehen ist. Dem Berliner Publikum wird in den Bereichen Spielfilm, Dokumentar- und Kurzfilm ein Querschnitt des aktuellen brasilianischen Kinos vorgestellt. Die Eröffnung am 8. Dezember um 19.30 Uhr findet in Anwesenheit der Kuratorin und einer Großzahl der Regisseure statt. Der Eröffnungsfilm Chico Xavier ist in Brasilien der Erfolg des Jahres 2010; er wird in Berlin von dem Produzenten Julio Uchoa präsentiert. Lounge und Party mit Daniel Haaksman (Man Recordings), dem Berliner Experten für tanzbare Musik aus Brasilien, runden den Eröffnungsabend ab.
     
     
Publikumsgespräche mit Ilda Santiago und den Regisseuren erlauben einen Einblick in die aktuelle Szene. Es sind anwesend: Ana Maria Magalhães (Reidy, Building Utopia), Anna Muylaert (Smoke gets in your Eyes), Tatiana Issa und Raphael Alvarez (Dzi Croquettes), Karim Ainouz (I Travel Because I Have To, I Come Back Because I Love You), Jeferson De (Bróder) und Fabiano Maciel (Oscar Niemeyer, das Leben ist ein Hauch).

Ein thematischer Schwerpunkt widmet sich der brasilianischen Jugend. Drei sogenannte Coming-of-Age-Filme sind zu sehen: Die scheinbar aussichtslose Zukunft dreier Mädchen in Rio in Stolen Dreams, ein junger Bob Dylan-Fan, der im Internet vor dem Leben flieht, in The Famous and the Dead und ein 15-Jähriger, der neben klassischen Pubertätsproblemen mit frisch geschiedenen Eltern und seinem depressiven Bruder umzugehen lernen muss, in The Best Things of the World. Der Dokumentarfilm Dzi Croquettes und der Kurzfilm You, Me and Him beleuchten diverse Aspekte homosexuellen Lebens in Brasilien: Der fantasie- und energievolle Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung in der Tropicália – Bewegung in den 1970er Jahren auf der einen Seite und die gemeinsame Bewältigung eines familiären Schicksalsschlags im Brasilien von heute auf der anderen.

Aus Anlass des 50. Geburtstages der Landeshauptstadt Brasília gibt es zudem einen Schwerpunkt zur Architektur der Moderne in Brasilien: The Line zeichnet anhand umfangreichen Archivmaterials ein Porträt des Stadtplaners Lúcio Costa, der seinen Masterplan Brasílias zusammen mit Oscar Niemeyer realisierte. Affonso Eduardo Reidy ist einer der bedeutendsten Architekten des modernen Rio – seine Bauten wie das Museu de Arte Moderna prägen das Gesicht der Metropole bis heute. Reidy, Building Utopia erkundet das pionierhafte Werk des Architekten. Oscar Niemeyer, das Leben ist ein Hauch lief zu Beginn dieses Jahres in den deutschen Kinos. Wer das Porträt des Star-Architekten verpasst hat, erhält hier die Chance zu erleben, wie er selbst seine Geschichte erzählt.

Ergänzend hierzu findet das Panel zum Thema Architektur und Moderne in Brasilien mit den Regisseuren Ana Maria Magalhães, Karim Ainouz, Fabiano Maciel und dem Architekten Pedro Moreira statt. Ilda Santiago moderiert diese Veranstaltung.


     
Sonhos Roubados
Urubus têm Asas
Bróder
 

Architekturmoderne im Film

Brasilianische Architekten haben die Geschichte der Architekturmoderne wesentlich mitgeschrieben. Im Rahmen von Première Brasil rücken drei Dokumentarfilme und eine Podiumsdiskussion die Arbeiten von Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und Affonso Eduardo Reidy in den Fokus. Im Zentrum von "Oscar Niemeyer, das Leben ist ein Hauch", "The Line: Lúcio Costa and the Modern Utopia" und "Reidy, Building Utopia" stehen die großen Bauprojekte von Brasilia und Rio. Viele der gezeigten Archivmaterialen sind erstmals in Europa zu sehen. Eine Podiumsdiskussion zu "Architektur und Moderne in Brasilien" rundet desen Schwerpunkt ab

Coming-of-Age

Gleich vier Filme des Festivals widmen sich der brasilianischen Jugend: "Stolen Dreams" beschreibt die scheinbar aussichtslose Zukunft dreier Mädchen in Rio; in "The Famous and the Dead" flieht ein junger Bob Dylan-Fan im Internet vor dem wahren Leben; "The Best Things of the World" folgt dem tragisch-komischen Alltag eines 15-Jährigen, der neben klassischen Pubertätsproblemen auch noch frisch geschiedene Eltern und einen depressiven Bruder hat. Besonders zu empfehlen ist der Film "Bróder!", der die Probleme der Jugend und die Gewalt der Drogenmafia in Brasilien thematisiert.


Homosexualität im Film

Der Dokumentarfilm "Dzi Croquettes" und der Kurzfilm "You, Me and Him" beleuchten diverse Aspekte homosexuellen Lebens in Brasilien: Ersterer den fantasievollen energetischen Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung in den 1970er-Jahren, der andere den heutigen Alltag einer Kleinfamilie wider Willen.



Première Brasil - Filmfestival im Haus der Kulturen der Welt, 8.12. - 19.12.2010
Filme des Rio de Janeiro International Film Festival
Filmfestival
8.12. – 19.12.2010
Eintritt: 5 € / 3 €
Eröffnung 8.12. 19.30 h 05.11.2010


Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
fone: ++49 (0) 30 - 39 787 - 175
fax: ++49 (0) 30 - 39 787 - 159
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  MMM/Dezember 2010  




 

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