Die Sonne geht über Berlin auf. Eine rotgoldene Scheibe, die ihr Licht über die Stadt legt, als wäre nichts geschehen. Das letzte Foto, das Jessie gemacht hat, zeigt genau diesen Moment. Kurz darauf ist Jessie weg. Zurück bleibt eine Leerstelle, die sich nicht füllen lässt – und drei Menschen, die damit leben müssen. Ella, die Mutter, gespielt von Birgit Minichmayr mit einem Gesicht wie versteinertes Licht. Melli, die kleine Schwester, die jetzt das Zimmer ganz für sich allein hat. Und Lux, der Junge, dem alle die Schuld geben. Während die Welt um sie herum unbeirrt weiterläuft, versuchen sie, irgendwie weiterzumachen – jeder auf seine eigene Weise, und doch ohne wirklich voranzukommen.
Unerwartet finden sie sich gemeinsam auf Teneriffa wieder. Ein Familienurlaub, den es so nie gab, mit Menschen, die keine Familie sind. Und doch sitzen sie nun unter der flirrenden Sonne der Kanarischen Inseln, die gleichgültig weiter scheint wie die Berliner Sonne damals. Warum geht die Sonne weiter auf? Man sollte meinen, nach einer Tragödie wie dieser müsste die Welt den Anstand haben haben, innezuhalten. Sie tut es aber nicht. |
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