achtung berlin - new berlin film award, 11. bis 17. Mai 2006
Berlin ist heute mehr denn je ein Anlaufpunkt für Filmschaffende aus Deutschland, West- und Osteuropa sowie aus Uebersee. achtung berlin zeigt, wie sich Filmemacher aus der ganzen Welt thematisch mit der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg auseinandersetzen und ihre eigenen Perspektiven auf die Stadt Berlin oder die Region Brandenburg und ihr Erscheinungsbild eröffnen.
Das neue Berliner Filmfestival achtung berlin - new berlin film award findet zum zweiten Mal vom 11. bis 17. Mai 2006 im Hackesche Hoefe Filmtheater in Berlin statt. In diesem Rahmen wird die Teilnahme am 2. Internationalen Wettbewerb für Filme über Berlin-Brandenburg ausgeschrieben. Er ist mit Geld- und Sachpreisen dotiert.
Über 100 lange und kurze Spiel- und Dokumentarfilme aus oder über Berlin
werden bei der zweiten Ausgabe von achtung berlin – new berlin film award
vom 11. bis 17. Mai 2006 im Hackesche Höfe Filmtheater gezeigt.
Im Mittelpunkt des Filmprogramms stehen die Wettbewerbssektionen Made in
Berlin-Brandenburg mit neuen Filmen aus Berlin und Brandenburg sowie das
internationale Programm Towards Berlin mit Filmen über Berlin und
Brandenburg.
Eine Jury wird in den Wettbewerben „Made in Berlin-Brandenburg“ und„Towards Berlin“ Preise
im Wert von 11.000 Euro vergeben. So sind in der
Wettbewerbsektion „Made in Berlin-Brandenburg“ die Preise für
den besten
Spielfilm und den besten Dokumentarfilm gleichwertig mit je 2.500 Euro
dotiert.
Mit der Programmreihe „TransCities Berlin - Budapest“ werden, in
Kooperation mit dem Ungarische Kulturministerium und „Ungarischer Akzent“,
aktuelle Spielfilmproduktionen aus Budapest vorgestellt.
achtung berlin – new berlin film award widmet sich des Weiteren mit einer
Retrospektive den Berlinfilmen der DEFA. Ein Kinder- und
Jugendfilmprogramm sowie zahlreiche Spezialprogramme runden das Festival
ab.
Der erfolgreiche Branchentag findet seine Fortsetzung in dem neuen „media
showcase berlin-brandenburg“.
Auswahl an Filmen:
Wettbewerb „Made in Berlin-Brandenburg“
PRINZESSIN, Regie: Birgit Großkopf
Spielfilm, 82 min, 2005
Produktion: Colonia Media, in Koproduktion mit dem WDR
Inmitten der Wohnsilos hängt die achtzehnjährige Spätaussiedlerin
Katharina mit Yvonne und den anderen aus der Clique lieber draußen in der
Kälte ab als in irgendeiner beengten Wohnung. Unruhig streifen die Mädchen
durch ihr Revier. Kommt man ihnen blöde, gibt es Prügel. Gemeinsam
versuchen sie sich inmitten der Tristesse zu behaupten. Yvonne soll in den
Knast, verbirgt sich aber vor der Polizei. Katharina hält zu ihr und spürt
aber, dass sie ihren eigenen Weg gehen will. Als sie versucht, sich von
Yvonne zu lösen, zerbricht die Solidarität der Mädchen. Allein
ist keine
von ihnen stark genug für das harte Vorstadtleben...
Wettbewerb „Towards Berlin“
STRASSE NUMMER EINS, Regie: Oliver Päßler
Dokumentarfilm, 90 min, 2005
Produktion: credofilm gmbh in Zusammenarbeit mit ZDF – Das kleine
Fernsehspiel
Die Rathauspassagen hinter dem Alexanderplatz wurden in den 70er Jahren
zum sozialistischen Vorzeigeobjekt von Ostberlin. Einzigartig war die
damalige Kombination des Wohnens für über 900 Menschen mit sozialen
Einrichtungen und exklusiven Geschäften zur Förderung einer humanistischen
Gemeinschaft. STRASSE NUMMER EINS lässt alte, neue und ehemalige Mieter
ihre Geschichte erzählen, auf der Suche nach dem Ideal von Gemeinschaft
in
einem totalitären System und seinem Schicksal in der deutschen
Gesellschaft heute.
Programmreihe „TransCities Berlin – Budapest“
JOHANNA, Regie: Kornél Mundruczó
Spielfilm, 83 min, Ungarn 2005
Produktion: Proton Cinema,T. T. Filmmühely
Eine moderne Filmoper in Anlehnung an die Opfergeschichte der heiligen
Johanna:
Nach einem Unfall liegt die drogenabhängige Johanna im Koma. Den Ärzten
gelingt es, ihr Leben zu retten. Aus Dankbarkeit heilt Johanna fortan
andere Patienten, indem sie ihren Körper anbietet. Als sie sich aber dem
leitenden Arzt verweigert, ist dieser frustriert und verbündet sich mit
dem aufgebrachten Klinikpersonal. Gemeinsam führen sie einen Krieg gegen
Johanna, doch die hat die dankbaren Patienten auf ihrer Seite…
RETROSPEKTIVE BERLIN-FILME DER DEFA
HOSTESS, Regie: Rolf Römer
Spiefilm, 89 min, DDR 1976
Enttäuscht von einem unsensibel formulierten Heiratsantrag wendet sich
Jette von ihrem Freund ab. Im unbedachten Flirt mit einem Exfreund stellt
sie ihre Liebe auf die Probe. Als Hostess und Stadtführerin entführt
Jette
die staunenden Zuschauer in die farbenfrohe Welt der 70er Jahre auf der
Ostseite Berlins:
in den Prenzlauer Berg, auf den Fernsehturm, durch die alte und
neu erbaute Mitte. Trotz der vielen touristisch-repräsentativen
Postkarten-Motive, nutzt ‚Hostess‘ die filmische Inszenierung von
Berlin,
um eine systemkritische Haltung zu äußern.
Kinder- und Jugendfilmprogramm
TWENTYONE MOABIT, Regie: Atilio Menéndez, Frank Gerhardt
Dokumentarfilm, 74. min, 2005/ 2006
Der Film begleitet über ein Jahr lang Jugendliche aus Moabit in ihrem
Theaterprojekt ‚Grenzen-Los!‘. Jugendliche mit Migrationshintergrund
thematisieren in ihrem Theaterstück ‚Intifada — im Klassenzimmer?!?‘Antisemitismus
und Islamophobie. Das Theaterspielen bietet ihnen die Möglichkeit, eigene Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten.