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  One World Berlin
   
   
 
Zum sechsten Mal, vom 26. November bis 2. Dezember 2009, findet das ONE WORLD BERLIN Filmfestival für Menschenrechte und Medien statt.
 
 
One World Berlin ist das Partnerfestival vom One World International Human Rights Documentary Film Festival in Prag, das im März 2009 zum elften Mal stattfand. ONE WORLD BERLIN wird von EYZ Media in Kooperation mit zahlreichen Menschenrechtsorganisationen und -initiativen veranstaltet. Spielorte sind das Kino Arsenal, ACUD und das Kleisthaus. Insgesamt werden etwa 20 Filmprogramme während des Festivals präsentiert. Alle Filmvorführungen werden von Gesprächen mit Filmemachern und Experten begleitet.

Schwerpunkte dieses Jahr sind ● Bürgerrechte im Zeitalter von Überwachung durch Staat und Wirtschaft, Verflechtung von Polizei und Militär; Grundversorgung vs. Privatisierung? ● 1989 ff. außerhalb Europas am Beispiel von Chile und Südafrika ● Kinderrechte ● Animation ↔ Dokumentation: Animierte Dokumentarfilme und Vermittlung von 'Menschenrechtsthemen'

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte und VisionKino, findet vom 23. bis 25. November 2009 im Kino Arsenal ein gesondertes Schulfilmprogramm statt, als Bestandteil der SchulKinoWochen Berlin. Der Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Günter Nooke, ist Schirmherr des Schulfilmprogramms.



Endgame Saving Private Mikheev Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg and the Pentagon Papers




Deutschland-Premieren sowie die Berlin-Premieren

Deutschland-Premiere: Endgame
Großbritannien 2008. Regie: Pete Travis. Darsteller: William Hurt, Chiwetel Ejiofor, Jonny Lee Miller. 109 min, Englische Originalfassung, Spielfilm.
Mitte der 80er Jahre. Südafrika ist noch fest in der Hand der National Party. Es werden weltweit Rufe laut nach Boykott und Sanktionen gegen Firmen, die mit dem Apartheidregime Geschäfte machen. Eines dieser Unternehmen ist der Bergbaukonzern Consolidated Goldfields. Aus zunächst eigennützigen Motiven – der Wahrung ihrer Interessen in Südafrika, notfalls unter einer liberaleren Regierung – ermöglichen sie geheime Verhandlungen zwischen progressiveren Stimmen in der südafrikanischen Regierung und dem (noch) verbotenen African National Congress (ANC), vertreten durch den zukünftigen Präsidenten Thabo Mbeki. Die Gespräche, die über vier Jahre stattfanden, führten schließlich zur Zulassung des ANC 1989 und zur Freilassung aller politischer Häftlinge, darunter Nelson Mandela Anfang 1990.
Zu Gast: Dr. Hans-Georg Schleicher (Historiker)
Dienstag, 1.12., 21:15 Uhr Kino Arsenal

Deutschland-Premiere: Saving Private Mikheev
Russland 2008. Regie: Evgenyi Sumin. 31 min, Original mit englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Als der russische Polizist Alexei Mikheev eines Abends im Jahre 1998 eine fremde Frau nach Hause fährt, ahnt er nicht, welche albtraumhafte Wendung sein Leben nehmen wird. Die junge Frau verschwindet, und er wird wegen Vergewaltigung und Mordes angeklagt. Beim Verhör wird er von der Polizei so grausam gefoltert, dass Mikheev zunächst Taten gesteht, die er nicht begangen hat und dann aus dem Fenster springt, um den Qualen ein Ende zu setzen. Er überlebt. Seine medizinische Behandlung wird verzögert, und Mikheev ist fortan von der Hüfte abwärts gelähmt. Dann taucht das Mordopfer wieder auf – unversehrt. 
Mikheev kämpft entschlossen für sein Recht. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat ihn als Opfer von Folter und Justizwillkür anerkannt und ihm die höchste Entschädigung bis dato – EUR 250.000,- zugesprochen. Innerhalb Russlands ist der Fall jedoch folgenlos geblieben.
Zu Gast: Peter Franck (amnesty international), Moderation: Monika Neuner (Youth Human Rights Movement Berlin)
Freitag, 27.11., 19:00 Uhr Kino Arsenal
Deutschland-Premiere: Dübörög a nemzeti rock (Rocking the Nation)
Ungarn 2007. Regie: Borbala Kriza. 70 min, Original mit englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Vorfilm: Pride Without Prejudices (Stolz ohne Vorurteile)
Russland 2009. Regie: Xenia Udodowa. 15 min, Original mit deutschen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Borbala Kriza begleitet die Band Romantikus Erőszak („Romantic Violence“) auf Tournee in Ungarn und Gebiete in Rumänien und Serbien, in denen ungarische Minderheiten leben. Romantikus Eröszak ist der prominentester Vertreter der radikalen ungarischen „National-Rock“-Szene. Alt-ungarische Herrscher wie Arpad, aber auch die Freiheitskämpfer der von der kommunistischen Regierung unterdrückten Revolution von 1956 sind ihre Helden; Anliegen sind eine Wiedergeburt der (groß-)ungarischen Nation und Identität. Damit einher gehen Fremdenfeindlichkeit, insbesondere gegenüber Sinti und Roma. Die Lieder von Romantikus Erőszak  reichen von patriotische Volkslieder und Fußballhymnen bis zu rechtsradikalen Umdeutungen von Songs der linken Punkikonen The Clash.
Als Vorfilm zeigen wir Pride Without Prejudices über die Konfrontation zwischen extremen Nationalisten und Anti-Rassisten im heutigen Russland. Der Film ist Gewiiner des  1. Preises (Russland) im Kurzfilmwettbewerb „Grenzüberschreitungen“, ausgelobt vom Goethe Institut und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.
Gäste: Borbala Kriza, Michael Weiss (apabiz)
Freitag, 27.11., 20:30 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Outrage
USA 2009. Regie: Kirby Dick. 90 min, Englische Originalfassung, Dokumentarfilm.
News Flash: Ein prominenter Bürger wird beim gleichgeschlechtlichen Sexualakt in einer öffentlichen Toilette „erwischt“. Es handelt sich nicht um George Michael, sondern um den Politveteranen Larry Craig, von 1980 bis 1990 Kongreßabgeordneter der Republikaner für Idaho und bis Anfang 2009 Senator. Im Kongreß und Senat stimmte Craig stets gegen „Gay Rights“- Gesetze wie Homo-Ehe, Militärdienst für bekennende Schwulen und Lesben sowie Mittel für HIV/AIDS-Forschung. Und im Gegensatz zu Michael nahm Craig den Vorfall in der Toilette nie zum Anlaß, homosexuelle Neigungen offen zu legen. Weitere Beispiele: New Yorks ehemaliger Bürgermeister Ed Koch, Floridas Gouverneur Charlie Crist und McCarthy-Chefberater Roy Cohn, die alle schwulen- und lesbenfreundliche Politik ablehnen oder wie Cohn sogar an der Hetzjagd gegen Homosexuelle (neben Kommunisten) aktiv beteiligt waren.
Mit Outrage stellt Kirby Dick zur Diskussion, ob das „Outing“ von Politikern, die ihre Sexualität nicht preisgeben und  homophobe Gesetzgebung verabschieden, eine Verletzung der Privatsphäre darstellt oder ein erster Schritt ist zur Durchbrechung eines Teufelskreises von Intoleranz in der amerikanischen Gesellschaft.
Anschließend Diskussion mit Manuela Kay (Chefredakteurin L-Mag), Eike Stedefeldt (Chefredakteur Gigi - Zeitschrift für sexuelle Emanzipation, angefr.)
Samstag, 28.11., 21:30 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Burma VJ: Reporting From a Closed Country
Dänemark/Schweden 2008. Regie: Anders Ǿstergaard. 85 min, Original mit deutschen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Vorfilm: Stepping Up Burma 2007 Regie: Pe Maung Same. 20 min, Original mit englischen Untertiteln.
Burma, im September 2007. Nachdem die Militärjunta die Benzinpreise verdoppelt, regt sich Widerstand gegen die Zustände im Land. Hunderttausende folgen dem Aufruf der Mönche und demonstrieren tagelang friedlich gegen die Militärdiktatur. JournalistInnen, die die Geschehnisse dokumentieren wollen, werden des Landes verwiesen. Um dafür zu sorgen, dass die internationale Öffentlichkeit von den Geschehnissen in Burma erfährt, filmt eine kleine Zahl von burmesischen Reporter_innen ('video journalists' oder VJs) mit Handkameras die Demonstrationen und schmuggelt das Material aus dem Land. Burma VJ begleitet Joshua, einen VJ-Aktivisten bis ins Exil nach Thailand und lässt den 27-jährigen von den Hindernissen und Erfolgen der alternativen Medienarbeit berichten.

Als Vorfilm zeigen wir Stepping Up. Dieser Kurzfilm ist im Rahmen eines Dokumentarfilmworkshops der Yangon Film School in Myanmar (Burma) entstanden und zeigt den schweren Alltag eines Bauern. Als er mit Hilfe des Internationales Institut der Rechte des Kindes (IDE) einen Tret-Brunnen installieren kann, wendet sich sich seine Lage zum Besseren.
Gast: Sarah Reinke (Leiterin des Berliner Büros der Gesellschaft für bedrohte Völker)
Sonntag 29.11., 20:30 Uhr Kino Arsenal

Berlin-Premiere: Fixer: The Taking of Ajmal Naqshbandi
USA 2008. Regie: Ian Olds. 84 min, Englische Originalfassung, Dokumentarfilm.
Ian Olds Dokumentarfilm begleitet den afghanischen Journalisten Ajmal Naqshbandi, der für ausländische Korrespondenten als „Fixer“ - Dolmetscher, Kundschafter, Vermittler – gearbeitet hat. Ein besonders enge Beziehung entwickelt Naqshbandi zu dem amerikanischen Journalisten Christian Parenti. Aus dem „Buddy Movie“ wird jedoch ein albtraumhafter Politthriller, als Naqshbandi und der italienische Reporter Daniele Mastrogiacomo von Taliban-Kriegern entführt werden. Die afghanische Regierung steht unter Druck, schnell Ergebnisse liefern zu müssen, und handelt unüberlegt. Naqshbandi wird ermordet, während Mastrogiacomo freigelassen wird.
Fixer: The Taking of Ajmal Naqshbandi ist eine „brutale Allegorie des Landes Afghanistan, gleichzeitig stolz und in gefährliche, unheilvolle Entwicklungen verstrickt,“ wie es der Regisseur beschreibt.
Gast: Tilman Schmalzried (Referent für Afghanistan, Gesellschaft für bedrohte Völker)
Mittwoch, 2.12., 19:00 Uhr Kino Arsenal
Deutschland-Premiere: Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg and the Pentagon Papers (Der gefährlichste Mann Amerikas: Daniel Ellsberg und die Pentagon Papers)
USA 2009. Regie: Judith Ehrlich, Rick Goldsmith. 95 min, Englische Originalfassung, Dokumentarfilm.
Daniel Ellsberg erstellt Expertisen für das Pentagon über den Konflikt in Vietnam. Eines seiner Gutachten, in dem ein Einzelfall von Vietcong-Gräueltaten an amerikanischen Soldaten geschildert wird, liefert dem damaligen Verteidigungsminister Robert McNamara die Argumentationshilfe, mit der er Präsident Lyndon Johnson von einer Eskalation der Kriegshandlungen überzeugen kann. Ellsberg steigt noch tiefer in die Hintergründe des US-Militärengagements in Indochina ein. Er ist schockiert, dass jeder der letzten vier Präsidenten, ob Truman, Eisenhower, Amtsinhaber Johnson oder selbst Hoffnungsträger Kennedy, das amerikanische Volk über Notwendigkeit, Intention und  Erfolg der „Polizeiaktion“ belogen haben. Als klar wird, dass der 1968 gewählte Präsident Richard Nixon nicht nur sein Wahlversprechen vom Ende des Vietnamkrieges nicht halten wird, sondern den Krieg in der Region sogar ausdehnen will, muß Ellsberg zur Tat schreiten. Er beschließt, eine streng geheime Studie als „Pentagon Papers“ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zu Gast: Judith Ehrlich, Moderation: Alan Benson (American voices Abroad Berlin)
Mittwoch, 2.12., 21:15 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Status: Geduldet
Deutschland 2007. Regie: Silvana Santamaria. 61 min, Deutsche Fassung, Dokumentarfilm.
„Bitte warten“ - das Anzeigeschild im Warteraum der Ausländerbehörde steht sinnbildlich für die Situation der 42-jährigen Harije und ihrer drei Kinder. Die Roma-Familie ist 1992 aus dem Kosovo geflüchtet und lebt seitdem in Stuttgart, wo sie sich von einer Duldung zur nächsten hangelt. Status: Geduldet ist das bewegende Portrait ihres Alltags zwischen persönlichen Konflikten (vor allem zwischen Mutter und Tochter) und der prekären allgemeinen Situation, die von endlosen Behördengängen, Geldsorgen und Problemen mit der Polizei bestimmt ist. Und allmächtig ist die Angst, dass jeden Moment der Abschiebungsbescheid kommen könnte.
Zu Gast: Silvana Santamaria, Sarah Reinke (Leiterin des Berliner Büros der Gesellschaft für bedrohte Völker), Petra Rosenberg (Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg), Hamze Bytyci (Amaro Drom)
Freitag, 27.11., 19:00 ACUDKino
Berlin-Premiere: Gyumri
Tschechische Republik 2008. Regie: Jana Ševčíková. 68 min, Originalfassung mit englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
In ihrem Dokumentarfilm berichtet Regisseurin Jana Ševčíková von Familien in der armenischen Stadt Gyumri, wo nach einem großen Erdbeben im Dezember 1988 mehr als 25.000 Menschen ums Leben kamen. Ein Drittel der Toten waren Kinder. Jana Ševčíková besucht die Familien der toten Kinder und die nachgeborenen Geschwister, die heute ihr Abitur machen. Ganze Schulklassen verbrachten ihre Kindheit im Schatten der Toten, häufig tragen die Abiturenten sogar die Namen der älteren Geschwister, die sie nie persönlich kennen gelernt haben. Noch schwieriger als für die Familien der Toten ist das Leben wohl nur für einen Taxifahrer, dessen Sohn verschollen ist, und der noch immer hofft, dem Sohn eines Tages wiederzubegegnen.
Gäste: Dr. med. Meryam Schouler-Ocak (Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus und Traumatherapeutin), Dr. Christina Frankenberg (Programmleiterin, Czechpoint-Tschechisches Zentrum Berlin)
Dienstag, 1.12., 19:00 Uhr Kleisthaus
Deutschland-Premiere: Vítejte v KLDR /Welcome to North Korea
Tschechische Republik 2009. Regie: Linda Jablonská. 72 min. Original mit englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Zusammen mit einer tschechischen Reisegruppe gibt Linda Jablonská in Peking ihr Handy und das Teleobjektiv ab und begibt sich auf eine streng überwachte Reise nach Nordkorea. In ihrem Film besucht sie zusammen mit der Reisegruppe Sehenswürdigkeiten wie Pionierhäuser, ein Armeemuseum oder die entmilitarisierte Zone an der Grenze zu Südkorea. Und sie stellt die Mitglieder der zweiten tschechischen Reisegruppe nach 1989 mit Ziel Nordkorea vor. Was hat die 27 Touristen dazu bewogen, für sechs Tage auf ihre Privatsphäre und persönliche Freiheit zu verzichten und für 60.000 Kronen diese „Reise ins Unbekannte“ zu unternehmen, wie sie im Katalog des tschechischen Reisebüros angeboten wird.
Gäste: Dr. Markus Tidten (Forschungsgruppe Asien, Stiftung Wissenschaft und Politik), Dr. Christina Frankenberg (Programmleiterin, Czechpoint - Tschechisches Zentrum Berlin)
Dienstag, 1.12., 21.00 Uhr Kleisthaus


Location


ACUDKino
Veteranenstr. 21 10119 Berlin
Verkehrsverbindungen: Fahrverbindungen U8 bis Rosenthaler Platz oder Tram M8, 12 bis Brunnenstraße/Invalidenstraße
EINTRITT EUR 5,00
http://www.acud.de/

Kino Arsenal-Saal 1
Potsdamer Straße 2 10785 Berlin Tel. 030-26955100
Verkehrsverbindungen: U-Bahn/S-Bahn Potsdamer Platz (rollstuhlgerecht) Buslinien: M41, M48, M85, 200 EINTRITT EUR 6,50 (für Mitglieder des Arsenal-Institut für Film und Videokunst EUR 4,50, Schulfilmprogramm EUR 3,00)
http://www.arsenal-berlin.de/

Kleisthaus-Konferenzsaal
Mauerstraße 53 (Ecke Mohrenstraße) 10117 Berlin Telefon: 185271793
Verkehrsverbindungen: U-Bahn Mohrenstraße (nicht barrierefrei; ca. 50 m bis Kleisthaus) U-Bahn Stadtmitte (rollstuhlgerecht, Aufzug; ca. 250 m bis Kleisthaus) S-Bahn Friedrichstraße (rollstuhlgerecht, Aufzug; ca. 750 m bis Kleisthaus)
EINTRITT FREI
http://www.kleisthaus.de/
 
   
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