One
World Berlin ist das Partnerfestival vom One World International
Human Rights Documentary Film Festival in Prag, das im März
2009 zum elften Mal stattfand. ONE WORLD BERLIN wird von
EYZ Media in Kooperation mit zahlreichen Menschenrechtsorganisationen
und -initiativen veranstaltet. Spielorte sind das Kino Arsenal,
ACUD und das Kleisthaus. Insgesamt werden etwa 20 Filmprogramme
während des Festivals präsentiert. Alle Filmvorführungen
werden von Gesprächen mit Filmemachern und Experten begleitet.
Schwerpunkte dieses Jahr sind ● Bürgerrechte
im Zeitalter von Überwachung durch Staat und Wirtschaft, Verflechtung
von Polizei und Militär; Grundversorgung vs. Privatisierung?
● 1989 ff. außerhalb Europas am Beispiel von Chile und Südafrika
● Kinderrechte ● Animation ↔ Dokumentation: Animierte Dokumentarfilme
und Vermittlung von 'Menschenrechtsthemen'
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Institut für Menschenrechte und VisionKino, findet vom 23.
bis 25. November 2009 im Kino Arsenal ein gesondertes Schulfilmprogramm
statt, als Bestandteil der SchulKinoWochen Berlin. Der Beauftragter
der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe
im Auswärtigen Amt, Günter Nooke, ist Schirmherr des Schulfilmprogramms.
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| Endgame |
Saving Private Mikheev |
Most Dangerous Man in America: Daniel
Ellsberg and the Pentagon Papers |
Deutschland-Premieren sowie die Berlin-Premieren
Deutschland-Premiere: Endgame
Großbritannien 2008. Regie: Pete Travis. Darsteller: William
Hurt, Chiwetel Ejiofor, Jonny Lee Miller. 109 min, Englische
Originalfassung, Spielfilm.
Mitte der 80er Jahre. Südafrika ist noch fest in der Hand der National Party.
Es werden weltweit Rufe laut nach Boykott und Sanktionen gegen Firmen, die mit
dem Apartheidregime Geschäfte machen. Eines dieser Unternehmen ist der Bergbaukonzern
Consolidated Goldfields. Aus zunächst eigennützigen Motiven – der Wahrung ihrer
Interessen in Südafrika, notfalls unter einer liberaleren Regierung – ermöglichen
sie geheime Verhandlungen zwischen progressiveren Stimmen in der südafrikanischen
Regierung und dem (noch) verbotenen African National Congress (ANC), vertreten
durch den zukünftigen Präsidenten Thabo Mbeki. Die Gespräche, die über vier Jahre
stattfanden, führten schließlich zur Zulassung des ANC 1989 und zur Freilassung
aller politischer Häftlinge, darunter Nelson Mandela Anfang 1990.
Zu Gast: Dr. Hans-Georg Schleicher (Historiker)
Dienstag, 1.12., 21:15 Uhr Kino Arsenal
Deutschland-Premiere: Saving Private Mikheev
Russland 2008. Regie: Evgenyi Sumin. 31 min, Original mit
englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Als der russische Polizist Alexei Mikheev eines Abends im Jahre 1998 eine fremde
Frau nach Hause fährt, ahnt er nicht, welche albtraumhafte Wendung sein Leben
nehmen wird. Die junge Frau verschwindet, und er wird wegen Vergewaltigung und
Mordes angeklagt. Beim Verhör wird er von der Polizei so grausam gefoltert, dass
Mikheev zunächst Taten gesteht, die er nicht begangen hat und dann aus dem Fenster
springt, um den Qualen ein Ende zu setzen. Er überlebt. Seine medizinische Behandlung
wird verzögert, und Mikheev ist fortan von der Hüfte abwärts gelähmt. Dann taucht
das Mordopfer wieder auf – unversehrt.
Mikheev kämpft entschlossen für sein Recht. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof
hat ihn als Opfer von Folter und Justizwillkür anerkannt und ihm die höchste
Entschädigung bis dato – EUR 250.000,- zugesprochen. Innerhalb Russlands ist
der Fall jedoch folgenlos geblieben.
Zu Gast: Peter Franck (amnesty international), Moderation: Monika Neuner (Youth
Human Rights Movement Berlin)
Freitag, 27.11., 19:00 Uhr Kino Arsenal
Deutschland-Premiere: Dübörög a nemzeti rock (Rocking the Nation)
Ungarn 2007. Regie: Borbala Kriza. 70 min, Original mit englischen Untertiteln,
Dokumentarfilm.
Vorfilm: Pride Without Prejudices (Stolz ohne Vorurteile)
Russland 2009. Regie: Xenia Udodowa. 15 min, Original mit deutschen Untertiteln,
Dokumentarfilm.
Borbala Kriza begleitet die Band Romantikus Erőszak („Romantic Violence“) auf
Tournee in Ungarn und Gebiete in Rumänien und Serbien, in denen ungarische Minderheiten
leben. Romantikus Eröszak ist der prominentester Vertreter der radikalen ungarischen
„National-Rock“-Szene. Alt-ungarische Herrscher wie Arpad, aber auch die Freiheitskämpfer
der von der kommunistischen Regierung unterdrückten Revolution von 1956 sind
ihre Helden; Anliegen sind eine Wiedergeburt der (groß-)ungarischen Nation und
Identität. Damit einher gehen Fremdenfeindlichkeit, insbesondere gegenüber Sinti
und Roma. Die Lieder von Romantikus Erőszak reichen von patriotische Volkslieder
und Fußballhymnen bis zu rechtsradikalen Umdeutungen von Songs der linken Punkikonen
The Clash.
Als Vorfilm zeigen wir Pride Without Prejudices über die Konfrontation zwischen
extremen Nationalisten und Anti-Rassisten im heutigen Russland. Der Film ist
Gewiiner des 1. Preises (Russland) im Kurzfilmwettbewerb „Grenzüberschreitungen“,
ausgelobt vom Goethe Institut und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und
Zukunft“.
Gäste: Borbala Kriza, Michael Weiss (apabiz)
Freitag, 27.11., 20:30 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Outrage
USA 2009. Regie: Kirby Dick. 90 min, Englische Originalfassung, Dokumentarfilm.
News Flash: Ein prominenter Bürger wird beim gleichgeschlechtlichen Sexualakt
in einer öffentlichen Toilette „erwischt“. Es handelt sich nicht um George Michael,
sondern um den Politveteranen Larry Craig, von 1980 bis 1990 Kongreßabgeordneter
der Republikaner für Idaho und bis Anfang 2009 Senator. Im Kongreß und Senat
stimmte Craig stets gegen „Gay Rights“- Gesetze wie Homo-Ehe, Militärdienst für
bekennende Schwulen und Lesben sowie Mittel für HIV/AIDS-Forschung. Und im Gegensatz
zu Michael nahm Craig den Vorfall in der Toilette nie zum Anlaß, homosexuelle
Neigungen offen zu legen. Weitere Beispiele: New Yorks ehemaliger Bürgermeister
Ed Koch, Floridas Gouverneur Charlie Crist und McCarthy-Chefberater Roy Cohn,
die alle schwulen- und lesbenfreundliche Politik ablehnen oder wie Cohn sogar
an der Hetzjagd gegen Homosexuelle (neben Kommunisten) aktiv beteiligt waren.
Mit Outrage stellt Kirby Dick zur Diskussion, ob das „Outing“ von Politikern,
die ihre Sexualität nicht preisgeben und homophobe Gesetzgebung verabschieden,
eine Verletzung der Privatsphäre darstellt oder ein erster Schritt ist zur Durchbrechung
eines Teufelskreises von Intoleranz in der amerikanischen Gesellschaft.
Anschließend Diskussion mit Manuela Kay (Chefredakteurin L-Mag), Eike Stedefeldt
(Chefredakteur Gigi - Zeitschrift für sexuelle Emanzipation, angefr.)
Samstag, 28.11., 21:30 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Burma VJ: Reporting From a Closed Country
Dänemark/Schweden 2008. Regie: Anders Ǿstergaard. 85 min, Original mit deutschen
Untertiteln, Dokumentarfilm.
Vorfilm: Stepping Up Burma 2007 Regie: Pe Maung Same. 20
min, Original mit englischen Untertiteln.
Burma, im September 2007. Nachdem die Militärjunta die Benzinpreise verdoppelt,
regt sich Widerstand gegen die Zustände im Land. Hunderttausende folgen dem Aufruf
der Mönche und demonstrieren tagelang friedlich gegen die Militärdiktatur. JournalistInnen,
die die Geschehnisse dokumentieren wollen, werden des Landes verwiesen. Um dafür
zu sorgen, dass die internationale Öffentlichkeit von den Geschehnissen in Burma
erfährt, filmt eine kleine Zahl von burmesischen Reporter_innen ('video journalists'
oder VJs) mit Handkameras die Demonstrationen und schmuggelt das Material aus
dem Land. Burma VJ begleitet Joshua, einen VJ-Aktivisten bis ins Exil nach Thailand
und lässt den 27-jährigen von den Hindernissen und Erfolgen der alternativen
Medienarbeit berichten.
Als Vorfilm zeigen wir Stepping Up. Dieser Kurzfilm ist im Rahmen eines Dokumentarfilmworkshops
der Yangon Film School in Myanmar (Burma) entstanden und zeigt den schweren Alltag
eines Bauern. Als er mit Hilfe des Internationales Institut der Rechte des Kindes
(IDE) einen Tret-Brunnen installieren kann, wendet sich sich seine Lage zum Besseren.
Gast: Sarah Reinke (Leiterin des Berliner Büros der Gesellschaft für bedrohte
Völker)
Sonntag 29.11., 20:30 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Fixer: The Taking of Ajmal Naqshbandi
USA 2008. Regie: Ian Olds. 84 min, Englische Originalfassung, Dokumentarfilm.
Ian Olds Dokumentarfilm begleitet den afghanischen Journalisten Ajmal Naqshbandi,
der für ausländische Korrespondenten als „Fixer“ - Dolmetscher, Kundschafter,
Vermittler – gearbeitet hat. Ein besonders enge Beziehung entwickelt Naqshbandi
zu dem amerikanischen Journalisten Christian Parenti. Aus dem „Buddy Movie“ wird
jedoch ein albtraumhafter Politthriller, als Naqshbandi und der italienische
Reporter Daniele Mastrogiacomo von Taliban-Kriegern entführt werden. Die afghanische
Regierung steht unter Druck, schnell Ergebnisse liefern zu müssen, und handelt
unüberlegt. Naqshbandi wird ermordet, während Mastrogiacomo freigelassen wird.
Fixer: The Taking of Ajmal Naqshbandi ist eine „brutale Allegorie des Landes
Afghanistan, gleichzeitig stolz und in gefährliche, unheilvolle Entwicklungen
verstrickt,“ wie es der Regisseur beschreibt.
Gast: Tilman Schmalzried (Referent für Afghanistan, Gesellschaft für bedrohte
Völker)
Mittwoch, 2.12., 19:00 Uhr Kino Arsenal
Deutschland-Premiere: Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg
and the Pentagon Papers (Der gefährlichste Mann Amerikas: Daniel Ellsberg und
die Pentagon Papers)
USA 2009. Regie: Judith Ehrlich, Rick Goldsmith. 95 min, Englische Originalfassung,
Dokumentarfilm.
Daniel Ellsberg erstellt Expertisen für das Pentagon über den Konflikt in Vietnam.
Eines seiner Gutachten, in dem ein Einzelfall von Vietcong-Gräueltaten an amerikanischen
Soldaten geschildert wird, liefert dem damaligen Verteidigungsminister Robert
McNamara die Argumentationshilfe, mit der er Präsident Lyndon Johnson von einer
Eskalation der Kriegshandlungen überzeugen kann. Ellsberg steigt noch tiefer
in die Hintergründe des US-Militärengagements in Indochina ein. Er ist schockiert,
dass jeder der letzten vier Präsidenten, ob Truman, Eisenhower, Amtsinhaber Johnson
oder selbst Hoffnungsträger Kennedy, das amerikanische Volk über Notwendigkeit,
Intention und Erfolg der „Polizeiaktion“ belogen haben. Als klar wird, dass
der 1968 gewählte Präsident Richard Nixon nicht nur sein Wahlversprechen vom
Ende des Vietnamkrieges nicht halten wird, sondern den Krieg in der Region sogar
ausdehnen will, muß Ellsberg zur Tat schreiten. Er beschließt, eine streng geheime
Studie als „Pentagon Papers“ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zu Gast: Judith Ehrlich, Moderation: Alan Benson (American voices Abroad Berlin)
Mittwoch, 2.12., 21:15 Uhr Kino Arsenal
Berlin-Premiere: Status: Geduldet
Deutschland 2007. Regie: Silvana Santamaria. 61 min, Deutsche Fassung, Dokumentarfilm.
„Bitte warten“ - das Anzeigeschild im Warteraum der Ausländerbehörde steht sinnbildlich
für die Situation der 42-jährigen Harije und ihrer drei Kinder. Die Roma-Familie
ist 1992 aus dem Kosovo geflüchtet und lebt seitdem in Stuttgart, wo sie sich
von einer Duldung zur nächsten hangelt. Status: Geduldet ist das bewegende Portrait
ihres Alltags zwischen persönlichen Konflikten (vor allem zwischen Mutter und
Tochter) und der prekären allgemeinen Situation, die von endlosen Behördengängen,
Geldsorgen und Problemen mit der Polizei bestimmt ist. Und allmächtig ist die
Angst, dass jeden Moment der Abschiebungsbescheid kommen könnte.
Zu Gast: Silvana Santamaria, Sarah Reinke (Leiterin des Berliner Büros der Gesellschaft
für bedrohte Völker), Petra Rosenberg (Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher
Sinti und Roma Berlin-Brandenburg), Hamze Bytyci (Amaro Drom)
Freitag, 27.11., 19:00 ACUDKino
Berlin-Premiere: Gyumri
Tschechische Republik 2008. Regie: Jana Ševčíková. 68 min, Originalfassung
mit englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
In ihrem Dokumentarfilm berichtet Regisseurin Jana Ševčíková von Familien in
der armenischen Stadt Gyumri, wo nach einem großen Erdbeben im Dezember 1988
mehr als 25.000 Menschen ums Leben kamen. Ein Drittel der Toten waren Kinder.
Jana Ševčíková besucht die Familien der toten Kinder und die nachgeborenen Geschwister,
die heute ihr Abitur machen. Ganze Schulklassen verbrachten ihre Kindheit im
Schatten der Toten, häufig tragen die Abiturenten sogar die Namen der älteren
Geschwister, die sie nie persönlich kennen gelernt haben. Noch schwieriger als
für die Familien der Toten ist das Leben wohl nur für einen Taxifahrer, dessen
Sohn verschollen ist, und der noch immer hofft, dem Sohn eines Tages wiederzubegegnen.
Gäste: Dr. med. Meryam Schouler-Ocak (Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik
der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus und Traumatherapeutin), Dr. Christina Frankenberg
(Programmleiterin, Czechpoint-Tschechisches Zentrum Berlin)
Dienstag, 1.12., 19:00 Uhr Kleisthaus
Deutschland-Premiere: Vítejte v KLDR /Welcome to North Korea
Tschechische Republik 2009. Regie: Linda Jablonská. 72 min. Original mit
englischen Untertiteln, Dokumentarfilm.
Zusammen mit einer tschechischen Reisegruppe gibt Linda Jablonská in Peking ihr
Handy und das Teleobjektiv ab und begibt sich auf eine streng überwachte Reise
nach Nordkorea. In ihrem Film besucht sie zusammen mit der Reisegruppe Sehenswürdigkeiten
wie Pionierhäuser, ein Armeemuseum oder die entmilitarisierte Zone an der Grenze
zu Südkorea. Und sie stellt die Mitglieder der zweiten tschechischen Reisegruppe
nach 1989 mit Ziel Nordkorea vor. Was hat die 27 Touristen dazu bewogen, für
sechs Tage auf ihre Privatsphäre und persönliche Freiheit zu verzichten und für
60.000 Kronen diese „Reise ins Unbekannte“ zu unternehmen, wie sie im Katalog
des tschechischen Reisebüros angeboten wird.
Gäste: Dr. Markus Tidten (Forschungsgruppe Asien, Stiftung Wissenschaft und Politik),
Dr. Christina Frankenberg (Programmleiterin, Czechpoint - Tschechisches Zentrum
Berlin)
Dienstag, 1.12., 21.00 Uhr Kleisthaus
Location
ACUDKino
Veteranenstr. 21 10119 Berlin
Verkehrsverbindungen:
Fahrverbindungen U8 bis Rosenthaler Platz oder Tram M8,
12 bis Brunnenstraße/Invalidenstraße
EINTRITT EUR 5,00
http://www.acud.de/
Kino Arsenal-Saal 1
Potsdamer Straße 2 10785 Berlin Tel. 030-26955100
Verkehrsverbindungen: U-Bahn/S-Bahn Potsdamer Platz (rollstuhlgerecht)
Buslinien: M41, M48, M85, 200 EINTRITT EUR 6,50 (für Mitglieder
des Arsenal-Institut für Film und Videokunst EUR 4,50,
Schulfilmprogramm EUR 3,00)
http://www.arsenal-berlin.de/
Kleisthaus-Konferenzsaal
Mauerstraße 53 (Ecke Mohrenstraße) 10117 Berlin
Telefon: 185271793
Verkehrsverbindungen: U-Bahn Mohrenstraße (nicht barrierefrei;
ca. 50 m bis Kleisthaus) U-Bahn Stadtmitte (rollstuhlgerecht,
Aufzug; ca. 250 m bis Kleisthaus) S-Bahn Friedrichstraße
(rollstuhlgerecht, Aufzug; ca. 750 m bis Kleisthaus)
EINTRITT FREI
http://www.kleisthaus.de/