Porträt der Metropole Berlin. 12 Monate sorgfältige Recherchearbeit
gingen diesem einzigartigen Projekt voraus. 80 Drehteams
wurden zusammengestellt, namhafte Regisseure wie Rosa von
Praunheim, Romuald Karmakar, Volker Koepp und Andres Veiel,
aber auch talentierte Newcomer wie Hanna Doose, Sebastian
Heidinger und Ana Felicia Scutelnicu konnten für die Mitarbeit
gewonnen werden. Auf den Tag genau ein Jahr vor der Ausstrahlung,
am 5. September 2008, waren sie 24 Stunden lang in Berlin
unterwegs, filmten Menschen, Kulturen, Stadtansichten, Milieus.
Mit der Kamera begleiteten sie Prominente wie den Regierenden
Bürgermeister Klaus Wowereit, BILD-Chefredakteur Kai Diekmann
und den Dirigenten Daniel Barenboim, aber auch viele unbekannte
Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt: eine Rentnerin aus
Schöneberg, eine arbeitslose Frau aus Weißensee, einen
französischen Korrespondenten in Mitte, einen Obdachlosen,
eine Dichterin, einen Müllwerker, eine Schülerin. Gedreht
wurde bei der Arbeit und zu Hause, im Kanzleramt und im
Knast, an der Currywurstbude und in der Oper.
Neben den professionellen Filmleuten beteiligten sich auch
Berlinerinnen und Berliner sowie Berlin-Besucher an dem Projekt:
An 12 Talkpoints, die am Drehtag an verschiedenen Stellen der
Stadt aufgestellt waren, konnten sie beschreiben, was sie an
der Stadt Berlin fasziniert, wie sie leben, was sie bewegt.
Die Internetseite www.24hberlin.tv, die das Projekt begleitet,
bot die Möglichkeit, selbst gedrehte Berlin-Filme hoch zu laden.
Das Material floss in die Dokumentation ein.
Am Drehtag waren rund 400 Menschen – Regisseure und Regisseurinnen,
Kameramänner und -frauen, Aufnahmeleiter, Redakteure, Techniker,
Fahrer, Kuriere - im Einsatz. Es entstanden 750 Stunden Material.
Ein zehnköpfiges Schnitt-Team um Regisseur Volker Heise hat
zehn Monate lang das Material gesichtet, geschnitten und zu
dem 24-stündigen Programm montiert. Produziert wurde in neuestem
technischem Standart High Definition (HDTV). ARTE strahlt über
Satellit in HDTV aus.
Wie 24h Berlin aufgebaut ist
24h Berlin ist ein Fernsehprogramm,
das ohne Unterbrechung von 6 Uhr morgens bis zum nächsten Morgen
6 Uhr einen ganzen Tag aus dem Leben der Metropole Berlin erzählt.
Man kann ein- und ausschalten wie man möchte - und das zu jeder
beliebigen Tages- und Nachtzeit. Das Format ist als permanente
Parallelmontage mit wiederkehrenden Protagonisten, Themen und
Orten angelegt. Über einen ganzen Tag wurden verschiedene Menschen
begleitet. Einige 24 Stunden lang, die anderen nur für einen
Teil ihres Tagesablaufs. Sie sind der rote Faden der Beobachtung
und tauchen immer wieder im Programm auf – morgens, mittags,
abends, sogar wenn sie schlafen.
Mit den Protagonisten erleben
die Zuschauer die Stadt, über sie lernt man Berlin sowie seine
gewöhnlichen und außergewöhnlichen Facetten kennen. Erzählt wird
in Echtzeit, das heißt, was morgens um 7 Uhr gedreht wurde, kann
der Zuschauer am Sendetag zur gleichen Zeit zum Frühstück sehen
und miterleben Das Programm ist in 30minütigen Abschnitten strukturiert,
die durch ein On-Air-Design miteinander verknüpft sind. Das On-Air-Design
und ein Erzähler sorgen zusammen für die einfache Orientierung
im Programm. Mit Hilfe einer Stadtkarte, der Uhrzeit und der
Benennung des Standortes wissen die Zuschauer immer, wo sie sich
gerade befinden, und was gerade passiert: Vom Wetter über infrastrukturelle
Informationen, bis hin zu politischen Themen.
Der Zuschauer hat
die Möglichkeit die Protagonisten über den Tag hinweg bei ihrem
Alltag zu begleiten. Auch wenn man das Programm mal unterbricht,
für die Zuschauer bleibt es immer verständlich. Alle halbe Stunde
wird Freiraum geschaffen für die wunderbaren Filme, die die Berliner
von ihrem eigenen 5. September 2008 gedreht und zum Programm
beigesteuert haben. Alternierend begegnen die Zuschauer den Botschaften
und Geschichten, die die Menschen an den „talkpoints“ auf der
Strasse aufzeichnen ließen.