Erster Bereich und Schwerpunkt
der Ausstellung sind Filme und Fotos von Privatpersonen,
die auf vielfältige und sehr persönliche Weise die historischen
Ereignisse und ihre Auswirkungen auf den Alltag des Einzelnen
in Ost und West sichtbar machen. Jeder, der seine Erlebnisse
auf Film, Video oder Fotografien gebannt hat, war aufgerufen,
sich zu beteiligen. Das daraus entstandene Bild der Zeit
zwischen dem 1. Mai 1989, der letzten Maikundgebung der DDR,
und dem 2. Dezember 1990, dem Tag der ersten gesamtdeutschen
Bundestagswahl, gleicht einem Mosaik aus vielen Einzelteilen.
Es erweitert und bereichert den aus den Medien bekannten
Bilder- und Themenkanon.
Der zweite Bereich thematisiert die Fernsehberichterstattung.
In einer Videoinstallation präsentiert Ulrich Wickert, 1989 selbst
ARD-Korrespondent in Paris, die Reportagen von vier prominenten
Kollegen aus Paris, London, New York und Moskau. In Interviews,
die für die Ausstellung Anfang 2009 gedreht wurden, erinnern
sich die vier Journalisten aus den Ländern der Alliierten des
Zweiten Weltkriegs an die Umstände der damaligen Berichterstattung,
an die Stimmung in Politik und Medien ihrer Länder und an die
eigenen Einschätzungen und Gefühle.
Der dritte Bereich der Ausstellung versammelt Ausschnitte aus
ost- und westdeutschen Dokumentarfilmen, die in der politischen
Umbruchphase entstanden sind. Filmemacher wie Thomas Heise, Volker
Koepp, Helke Misselwitz oder Ulrike Ottinger reflektieren mit
ihren Bildern die Geschehnisse auf unterschiedliche Weise. Auch
hier ergänzen persönliche Geschichten das Material: Die Regisseure
geben Auskunft über den Entstehungsprozess ihrer Filme.
Die Sammlung der privaten Filme und Fotos wird in einer Datenbank
auch nach der Ausstellung mit vielfältigen Recherchemöglichkeiten
dauerhaft im Internet erhalten bleiben. Eine von den Kuratoren
getroffene Auswahl der Exponate aus dem ersten Bereich der Ausstellung
wird in digitaler Form als Wanderausstellung angeboten und kann
aus den Beständen der Datenbank www.wir-waren-so-frei.de ergänzt
werden.
Das Projekt entsteht in Kooperation mit der Bundeszentrale für
politische Bildung und wird vom Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages gefördert.
Filmhaus Potsdamer Str. 2 10785 Berlin
www. deutsche-kinemathek.de
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag: 10–18 Uhr Donnerstag: 10–20
Uhr Montags geschlossen
Adresse Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen Potsdamer
Straße 2 10785 Berlin
U-Bahn Linie U2 bis Potsdamer Platz
S-Bahn Linien S1, S2, S25 bis Potsdamer Platz
Bus Linien 148, 200, M
41 Potsdamer Platz, Varian-Fry-Straße