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Filmmagazin News
59. B e r l i n a l e
 
  CASTING A SHADOW.
ALFRED HITCHCOCK UND SEINE WERKSTATT
Sonderausstellung der Deutschen Kinemathek
Museum für Film und Fernsehen
 
 
   
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Als einzige Europastation zeigt Berlin die Ausstellung «Casting A Shadow. Alfred Hitchcock und seine Werkstatt». Mehr als 200 Exponate geben detaillierte Einblicke in die Arbeitsweise des legendären Filmemachers und seiner engsten Mitarbeiter. Zu sehen sind Zeichnungen und Storyboards, Kostüme, Drehbuchseiten und Korrespondenzen. Es gibt Tonaufnahmen von Drehbuchbesprechungen sowie Filmausschnitte und Interviews.

Erwartungen des Publikums an einen „Alfred-Hitchcock-Film“

A
lfred Hitchcock präsentierte sich stets als alleiniger Autor seiner Filme, und das Publikum konnte den Eindruck gewinnen, dass jedes noch so kleine gestalterische Detail darin seiner visionären Kreativität entstammte. Tatsächlich jedoch war Hitchcock ein sehr teamorientierter Künstler, der intensiv mit Schauspielern, Produzenten, Kameraleuten, Drehbuchautoren, Kostümbildnern, Production Designern und Komponisten zusammenarbeitete, um den Erwartungen des Publikums an einen „Alfred-Hitchcock-Film“ gerecht zu werden. Er selbst beschrieb die Entstehung seiner Filme als einen längeren Prozess, der aus „Gesprächen, Auseinandersetzungen, spontanen Vorschlägen, zufällig sich ergebendem Austausch und heftigen intellektuellen Debatten“ bestand. Alfred Hitchcock, der nur wenige Jahre nach der Erfindung des Films am 13. August 1899 in der Nähe von London geboren wurde, drehte im Verlauf von sechs Jahrzehnten 53 Filme.

Mühelos vollzog er den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Sein OEuvre schöpft die gesamte Spanne der Möglichkeiten aus, die das Medium Film über die Jahre bot. Indem er immer aufs Neue technische und künstlerische Wagnisse einging, blieb er bis ins hohe Alter innovativ und wirkte stilbildend für Generationen von Filmemachern. Hitchcocks Filme sind Ausdruck seiner persönlichen Vision; diese Vision war jedoch zugleich eine kollektive – eine Vision, die der Regisseur und seine Mitarbeiter gemeinsam entwickelten. In diesem Arbeitsprozess entstand eine individuelle künstlerische Handschrift – der „Hitchcock-Stil“.

Nach einem Exkurs über Hitchcocks Verhältnis zu Berlin widmet sich die Ausstellung den verschiedenen Arbeitsbereichen, die an einer Filmproduktion beteiligt sind. Dokumente unterschiedlichster Art veranschaulichen die einzelnen Entwicklungsschritte der Filmrealisierung: von der inhaltlichen und ästhetischen Konzeption bis hin zur konkreten szenischen Umsetzung.
   
 
Thomas Wright: Stroyboard für TOPAZ Robert Boyle: Skizzen für THE BIRDS
 
 
Hitchcock und Berlin

Bereits 1925 besuchte Alfred Hitchcock die Ufa-Filmstudios in Babelsberg – damals die modernsten der Welt – und hatte Gelegenheit, Friedrich Wilhelm Murnau bei den Dreharbeiten zu DER LETZTE MANN zu erleben. Er war nach Berlin gekommen, um an der deutsch-britischen Koproduktion THE BLACKGUARD / DIE PRINZESSIN UND DER GEIGER (1925) mitzuwirken. Hitchcock, damals Mitte zwanzig, übernahm bei dieser Produktion die Aufgaben des Drehbuchautors, des Ausstatters und des Regieassistenten. Anschließend bot sich für ihn bei der Produktionsfirma Emelka in München die Gelegenheit, seinen ersten Film als Regisseur zu realisieren.

Die Zeit in Deutschland prägte Hitchcock nachhaltig, und der Einfluss von Regisseuren wie Murnau und Fritz Lang lässt sich deutlich in seinem Werk erkennen. In Deutschland lernte er auch seiner zukünftigen Frau Alma Reville näher kennen, die bereits als Cutterin etabliert war und später unter anderem als Drehbuchautorin an mehreren seiner Filme mitwirken sollte. Gut vierzig Jahre später drehte Hitchcock im geteilten Berlin den Spionagefilm TORN CURTAIN (1966). Neben Paul Newmann und Julie Andrews wirkten darin zahlreiche deutsche Schauspieler mit, darunter Wolfgang Kieling, Günter Strack und Hansjörg Felmy. Dokumente belegen die damaligen Recherchen des Filmteams in Berlin; die Dreharbeiten fanden größtenteils im Studio in Los Angeles statt.
   
 
Albert Whitlock: Studie Matte Painting-Aufnahme für THE BIRDS Ray Simm: Entwurf für THE 39 STEPS John De Cuir: Storyboard zu SABOTEUR
   
  CASTING A SHADOW. ALFRED HITCHCOCK UND SEINE WERKSTATT
Sonderausstellung der Deutschen Kinemathek Museum für Film und Fernsehen
29. Januar bis 10. Mai 2009

Veranstaltunsort
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Filmhaus am Potsdamer Platz, 4. Etage Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Bus & Bahn S-Bahn: S-/U-Bahn Potsdamer Platz, Bus M41, M38, M85, 200, 347

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr Tue – Sun 10 AM – 6 PM, Thu 10 AM – 8 PM

Berlinale auch am Mo, den 8.2., 10 – 18 Uhr geöffnet
Berlinale Mo January 8, 10 AM – 6 PM

Tel.+49(0)30/300903-0, Fax +49(0)30/300903-13

www.deutsche-kinemathek.de
   
Der Meister zieht die Fäden Von Andreas Kilb  faznet
Angriff der Killermöwen  Von Andreas Conrad tagesspiegel
Hitchcock als echter Teamarbeiter  - Nils Warnecke im Gespräch mit Dieter Kassel Deutschlandradio Kultur
Was Alfred Hitchcock in Babelsberg lernte Von Matthias Heine   Berliner Morgenpost
   
http://hitchcock.tv/
wikipedia.org/      Alfred_Hitchcock
.imdb.com/
Video-Ergebnisse zu ALFRED HITCHCOCK  youtube.com
   
Casting a Shadow: Creating the Alfred Hitchcock Film
Alfred Hitchcock Collection (Special Edition, 14 DVDs)
Alfred Hitchcock. Ein Leben

     
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