Von Dubai bis Wladiwostok entsteht eine neue
kulturelle Kartografie.
Und im urbanen Alltag sind panasiatische Einflüsse mittlerweile
allgegenwärtig. Welche neuen, anderen Bilder Asiens zeitgenössische
Künstler weltweit entwickeln, erkundet das Haus der Kulturen der
Welt mit einer Ausstellung, Filmen, einem Literaturfestival, Tanztheater
und vielem mehr. Asiens wirtschaftlicher und kultureller Aufbruch
stellt eurozentrische Sichtweisen umso stärker in Frage. Das betrifft
etwa die Gegenüberstellung von Moderne und Tradition. Lange Zeit
galt im Westen, dass nur das modern sein konnte, was sich vollkommen
neu erfand. Die westliche Moderne verstand sich immer als Entweder/Oder
- entweder modern oder rückwärtsgewandt. Welche Bilder und Geschichten
entstehen, wenn Künstler sich auf regionale Traditionen einlassen,
um neue Ansätze für Fragen der Gegenwart zu entdecken?
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Durch die
weltweite Vernetzung treten Lokales und Globales in Beziehung
und bringen unvorhersehbare Konstellationen hervor. Im
globalisierten Kulturbetrieb verliert die Kunst oftmals
an Kontur, ohne Kontext wird sie entpolitisiert. RE ASIA
stellt dagegen regionale Bezüge auch in einen politischen
Zusammenhang. Dabei geht es immer wieder um die Frage,
wie die Menschen mit den Transformationsprozessen unserer
Zeit umgehen. Unter dem Titel „Re-Imagining Asia“ erkunden
eine Ausstellung, eine Konferenz und eine Filmreihe,
durch welche Bilder Asien neu erfunden wird, und wie
die postkoloniale Wissensproduktion eurozentrische Kunstauffassungen
zur Rede stellt. Die Kuration verantworten Wu Hung und
Shaheen Merali, ausgewiesene Kenner der neuen asiatischen
Kunstszene. |
Welche Wanderwege asiatische Epen bis in die Gegenwart hinein
nehmen ist das Thema des Literaturfestivals "Avatar. Asiens Erzähler" ,
das der Schriftsteller Ilija Trojanow kuratiert. Der Choreograf
Joachim Schlömer lotet mit seinem Projekt "Die Entführung
von Sita" neue Erzählformen und Lesarten für althergebrachte
Stoffe aus.
Die Filmreihe
Eine Filmreihe bietet vom 4. bis zum 27. April die
Gelegenheit, über 20 herausragende asiatische Filme aus Indien,
Iran, Japan, Korea und den Philippinen sowie aus Österreich, Deutschland
und den USA zu sehen – neben Klassikern wie Akira Kurosawa auch
neuere Entdeckungen wie Fruit Chan, Lav Diaz und Mohsen Makhmalbaf.
Ein Katalog verortet die Arbeiten der Künstler und Filmemacher
im Kontext zeitgenössischer Diskussionen. Vier Themenzusammenhänge
erschließen Ausstellung, Filmreihe und Konferenz: „Liebe & Fantasie“,
„Architektur & Mobilität“, „Freud & Leid“ und „Unbehagen
im System“.
Im Vorfeld zur Ausstellung beginnt der in Beijing lebende
Künstler Song Dong am 28. Februar, im Foyer des Hauses der Kulturen
der Welt seine Installation „Waste Not“ aufzubauen, eine ausufernde
Aufbereitung all der Gegenstände, die seine Mutter im Laufe ihres
Lebens in der Volksrepublik China angesammelt hat, um Versorgungsengpässe
zu vermeiden und Materialien wiederzuverwerten. Song Dongs Arbeit
bildet ein vielschichtiges Archiv obsoleter chinesischer Produkte
und vergangener Überlebensstrategien. Die Zielsetzung des Projektes
definieren die Kuratoren Shaheen Merali und Wu Hung wie folgt:
„Ob in Venedig oder in Shanghai, auf Biennalen und Kunstausstellungen
besteht die Gefahr, dass die historischen Dimensionen regionaler
zeitgenössischer Kunst dekontextualisiert werden.
Damit einher
geht eine Rekontextualisierung im neuen Zusammenhang des internationalen
Kunstbetriebs. Dagegen versucht RE IMAGINING ASIA, der Präsentation
und Interpretation internationaler Kunst durch die Entwicklung
eines neuen regionalen Ansatzes wieder Kontur zu verleihen".
Mit „Re-Imagining Asia“ setzt das Haus der Kulturen der Welt die
Auseinandersetzung mit nichtwestlichen Modernen fort. Dieser Themenzusammenhang
wird im September 2008 mit dem Projekt „In der Wüste der Moderne“
weitergeführt.
Re-Imagining Asia: Filmprogramm Neue Blicke 04.04.2008 - 27.04.2008
Eintritt 5,- €, ermäßigt 3,- €
FILMPROGRAMM
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Andreas Gursky: Kuwait Stock Exchange Courtesy
of Monika Sprüth / Philomene Magers, Köln, München, London
© Andreas Gursky / VG Bild-Kunst 2007 |
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| Bharti Kher: The Skin Speaks a Language
Not Its Own Photo: Bartholomew/Netphotograph.com Image
courtesy of the Artist and Nature Morte, New Delhi ©
Bharti Kher 2006 |
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| Michael Joo: Bodhi Obfuscatus (Space-Baby)
Installation Shot Commissioned by Asia Society Museum,
New York Photo: Tom Powel Imaging 2005 |
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RE ASIA ERÖFFNUNG >>> Do, 13.3.| 19 h Ujino Muneteru,
Japan, mit der Performance „Ujino and the Rotators“ DJ Colin Bass
aka Sabah Habas Mustapha, world-widemusic von Arabien bis Indonesien
Vernissage der Ausstellung „Re-Imagining Asia“ Eintritt frei RE-IMAGINING
ASIA Ausstellung >>> 14.3. - 18.5. Öffnungszeiten Di –
So und feiertags 12 – 20 h Eintritt 5 €, erm. 3 € Ausstellungskatalog
24,80 € Konferenz >>> Fr, 14. – So, 16.3.. Mit Homi K.
Bhabha: On Global Memory Eintritt für alle drei Tage: 10 €, ermäßigt
8 €, incl. Eintritt Ausstellung Filmreihe >>> 4. – 27.4.
Jeweils freitags – sonntags Eintritt 5 €, ermäßigt 3 € AVATAR.
ASIENS ERZÄHLER Literaturfestival „Avatar. Asiens Erzähler“ >>> Mi,
16. – So, 20.4. DIE ENTFÜHRUNG VON SITA Tanztheater >>> Do,
24. – Sa, 26.4.
Karten online:
www.hkw.de
Kartenvorbestellung per Email: tickets@hkw.de
Karten: 030 - 39
78 71 75
Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
Mo - So 10 - 18 Uhr Telefon +49-(0)30 - 39 78 71 75 Kartenreservierung
per e-Mail: info@buschdaehn.de Fax +49 - (0)30 - 394 86 79
RE
ASIA Ausstellung, Filme, Literatur, Tanz, Konferenz, Workshops
http://www.hkw.de