Vor
50 Jahren entstand am Ufer der Spree
die Kongresshalle, ein Geschenk der
US-amerikanischen Regierung an West-Berlin.
Seit dem Fall der Mauer beherbergt
dieses architektonische Wahrzeichen
der westlichen Nachkriegsmoderne das
Haus der Kulturen der Welt. Das 50jährige
Jubiläum nimmt das Haus der Kulturen
der Welt zum Anlass für ein interdisziplinäres
Projekt zu den transatlantischen Beziehungen
mit Fokus auf New York.
Den
Auftakt bildet ab 24. August
die Ausstellung „New York - States
of Mind“, die mit Werken von
Wegbereitern wie Marcel Duchamp,
Hans Haacke, Gordon Matta-Clark,
aber auch mit Arbeiten von Künstlern
wie Kehinde Wiley, Carolee Schneemann
und Jon Kessler spezifische Formen
der Auseinandersetzung mit der
Öffentlichkeit präsentiert. „New
York - States of Mind“ veranschaulicht
die Bandbreite an künstlerischen
Strategien, mit denen in den
USA multiple Zugehörigkeiten,
Identitäten mit Bindestrich,
in den visuellen Künsten und
im Film konstruiert und verhandelt
werden. Der Situation nach 9/11
und der Irak-Invasion wird mit
verschiedenen künstlerischen
Arbeiten und Filmen Rechnung
getragen. Als Weltzentrum der
Musikindustrie wird New York
mit drei Konzertreihen gefeiert,
die dem Broadway, Greenwich Village
und dem Sound von El Barrio gewidmet
sind.
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Ob Great American Songbook, Folk oder
Latino - Legenden wie Jimmy Scott,
Richie Havens und Joe Bataan treffen
auf Vertreter des aktuellen Stands
der Dinge wie Tony Touch oder Jeff
Lewis. Dazu kommen einzigartige Events
wie die Reunion der Salsa- Supergroup
Grupo Folklórico Y Experimental Nuevayorquino. Mit
Zeichnungen, Gemälden, Skulpturen,
Fotografien, Film, Videoinstallationen
und Mix-Media von 26 Künstlern und
zwei Künstlerkollektiven, die in New
York leben und arbeiten, zeigen die
Ausstellung und das Filmprogramm „New
York - States of Mind“ Annäherungen
an die Stadt als Erfahrungsraum mit
politischen Implikationen.
New York - States of Mind Filmprogramm
New
York - States of Mind versteht die Straße
als Metapher für New York. Auf den Straßen
treffen die verschiedenen ethnischen und
sozialen Gruppen aufeinander, hier entsteht
eine Öffentlichkeit, die nicht von den
Medien strukturiert wird, sondern sich
ständig selbst neu erschafft. Durch den
künstlerischen Blick verwandelt sich das
vermeintlich transparente Straßenraster
New Yorks in ein Labyrinth von Räumen und
historischen Bezügen. So wie Gordon Matta
Clark mit seinen brachialen Interventionen
im urbanen Raum in den 70er Jahren verborgene
Strukturen freilegte, öffnen die ausgestellten Arbeiten Perspektiven auf die
unterschiedlichen Wahrnehmungen von Urbanität,
Diversität, Begehren und Kunstgeschichte.
Arbeiten des Dadaisten Marcel Duchamp bilden den kunstgeschichtlichen Anfang
der Ausstellung, sie stellen den Zusammenhang
zwischen Europa und den USA her.
Mit
seinen Ready-Mades, die Gebrauchsgegenstände
aus ihrem Zusammenhang herauslösen und
durch den Akt der Signatur in den Kunstraum
versetzen, begründete Duchamp die Konzeptkunst.
Die interaktive Auseinandersetzung mit
Alltagsthemen und Alltagsmenschen ist seitdem
zu einem Charakteristikum der New Yorker
Kunst geworden. Während die Ausstellung
besonders den Einfluss Marcel Duchamps
überprüft, geht es im Filmprogramm unter
anderem um die experimentelle Imagination
von Künstlern und Filmemachern wie Andy
Warhol oder Jack Smith und ihren Einfluss
auf den Kunst- und Experimentalfilm.
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Manhattan Director's Night
Sa 20.10.2007 22:00h |
25th Hour Director's Night
Sa 03.11.2007 18:00h |
New
York - States of Mind veranschaulicht die
Bandbreite an künstlerischen Strategien,
mit denen in den USA multiple Zugehörigkeiten,
Identitäten mit Bindestrich, in den visuellen
Künsten konstruiert und verhandelt werden.
So kämpft der Afroamerikaner Fred Wilson
in seinen Arbeiten gegen den institutionellen
Rassismus der Museen; Kehinde Wiley bedient
sich der westlichen Bildtradition, um junge,
urbane, schwarze Männer darzustellen; Iona
Rozeal Brown kreuzt japanische Farbholzschnitte
des 19. Jahrhunderts mit der HipHop- Kultur.
Der Afroamerikaner David Hammons verfremdet
die amerikanische Flagge in schwarz, rot
und grün, den Farben des Repatriation Movements
des Jamaikaners Marcus Garvey. Die ausgestellten
Arbeiten veranschaulichen die Bedeutung
der Civil-Rights- und Anti-Vietnam-Bewegung
der 60er Jahre.
New
York - States of Mind trägt mit verschiedenen
Arbeiten und Filmen der historischen Situation
nach 9/11 und der Irak-Invasion Rechnung.
Jon Kessler baut unheimliche Maschinen
aus Überwachungskameras und Bildern der
amerikanischen Geschichte. Hans Haacke
thematisiert Abu Ghraib mit einer Collage
seiner bekannten Arbeit „Star Gazing“ (Sternenguckerei),
die er in den öffentlichen Raum der Konsummeile
Times Square versetzt. „Star Gazing“ zeigt
eine Person unter einer Kapuze aus dem
Stoff einer amerikanischen Flagge, den
Blick erniedrigt verhüllt hinter den Sternen
der Stars and Stripes.