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| Dreamers |
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Dies ist keine Geschichte darüber, was es bedeutet, eine Immigrantin zu sein, oder darüber, wie schrecklich das Migrationssystem ist, auch wenn es der Wahrheit entspricht. Es ist eine Geschichte über zwei Frauen, die trotz einer ungewissen Zukunft am unwahrscheinlichsten aller Ort Liebe finden. Es ist eine Geschichte über den Glauben an die Liebe, auch wenn sie unerreichbar scheint. Es ist eine Geschichte über Hoffnung und Freund:innenschaft. Es ist ein Film, der mich schon viele Jahre begleitet. Er handelt von meinem Leben und dem Leben anderer Menschen, die ich kenne. Als ich 24 war, beantragte ich Asyl und musste im Zuge dessen meine queere Identität beweisen. Ich war damals eine jener, die Glück gehabt haben. Mein Akzent und die Tatsache, dass ich in Dagenham lebte – demselben Ort, aus dem mein Sachbearbeiter stammte – halfen. Der Mann, der über meinen Fall entschied, hatte sich weder meinen Pass, meine Akte, noch meine Beweismittel oder meine schriftliche Erklärung angesehen.
Ich erinnere mich, dass mein Rechtsbeistand mir vor der Anhörung gesagt hatte, dass das britische Innenministerium sich vor meiner Anhörung nichts von diesen Dingen angesehen hatte. Das System funktioniere nun einmal so. Und trotzdem sollte der Mann, der vor mir saß, nach 202 Interviewfragen, über mein Schicksal entscheiden. Wie die Geschichten aller Immigrant:innen, ist meine individuell und persönlich. Gleichzeitig teilen wir alle dieselbe Erfahrung. Die Hoffnung, die einen weitermachen lässt; die Hoffnung auf ein besseres Leben und auf die Möglichkeiten, die sich einem bieten werden; sei es die Chance auf Liebe, die Chance, Doktor:in zu werden, oder einfach die Chance auf einen Traum. „Dreamers“ wurde in der Überzeugung entwickelt, dass etwas, das mich – und andere, die in diesem System gefangen sind – so persönlich betrifft, eine universelle Resonanz finden würde. Die Beziehung zwischen Isio und Farah – die Idee, etwas Schönes zu finden, auch wenn es vielleicht keine Zukunft haben wird, was mit der Erfahrung räsoniert ein:e Migrant:in zu sein – würde mit allen räsonieren, die jemals, trotz einer düster erscheinenden Zukunft, für ein besseres Leben gekämpft hat.
In diesem Sinne war es mir sehr wichtig, dass der Film farbenfroh ist, um die Liebe zwischen Isio und Farah und die reiche Freund:innenschaft mit Atefeh und Nana zu betonen. Wie Isio war auch ich zu Beginn meines Asylverfahrens voller Naivität, aber im Gegensatz zu Isio habe ich Glück gehabt. Als ich mein Asylverfahren durchlief, sah ich nur eine bunte Welt, denn das war es, was es mir ermöglichte weiterzumachen. Es war die Hoffnung, die es mir erlaubt hat, an das Leben zu denken, das ich womöglich führen könnte. Ich war nicht daran interessiert, eine Geschichte über ein System und dessen Versagen zu erzählen, denn darüber kann man in jeder Zeitung lesen. Worüber wir selten sprechen und was wir selten sehen, sind die Individuen, die von diesen Systemen in Gruppen zusammengefasst und entmenschlicht werden. Ich wollte einen Film machen, der es den Zuschauer:innen ermöglicht, sich in ein Individuum hineinzuversetzen und über das Versagen des Systems Frustration zu empfinden. Joy Gharoro-Akpojotor Regie und Buch |
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